Die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland fordert eine Weiterentwicklung der Schulnetzplanung in Thüringen. Freie Schulen müssten angesichts sinkender Schülerzahlen, wachsender Finanzierungsprobleme und schwieriger Entscheidungen über kleine Schulstandorte künftig systematischer und früher in Planungsprozesse einbezogen werden, forderte der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland, Marco Eberl, am Dienstag in Erfurt. Die Diskussion über kleine Schulstandorte dürfe nicht allein als Debatte über Schließung oder Erhalt geführt werden.
Erforderlich sei eine regionale Bildungsplanung, die die Perspektive von Kindern und Familien in den Mittelpunkt stelle, sagte Eberl. Der Fokus müsse auf Qualität, verlässliche Strukturen, zumutbaren Wegzeiten und der Finanzierung liegen. Der demografische Wandel, Fachkräftemangel, angespannte Haushalte und Grenzen des Schülerverkehrs stellten Land, Kommunen und Schulträger vor gemeinsame Herausforderungen. Besonders im ländlichen Raum werde deutlich, dass Schulplanung nicht an Kreisgrenzen enden dürfe.
Doppelstrukturen vermeiden
Freie Schulen sind für die Schulstiftung ein Teil der Lösung. Als freier Träger sei man nicht an einzelne Landkreise gebunden und könne Erfahrungen aus verschiedenen Standorten einbringen, betonte Eberl. Das helfe, Angebote besser zu koordinieren und Kapazitäten effizient zu nutzen. Dafür brauche es verbindliche Beteiligungsstrukturen zwischen Land, Kommunen und freien Trägern. Ziel sei eine Planung, die Doppelstrukturen vermeidet, Ressourcen bündelt und wohnortnahe Angebote erhält.