Erste Safe-Space-Apotheke in Thüringen
Erfurt (epd).

Thüringens erste sogenannte Safe-Space-Apotheke ist in Erfurt offiziell vorgestellt worden. Innerhalb des Netzwerks erhalten Kinder und Jugendliche mit alterstypischen psychischen Problemen demnach anonym und unbürokratisch einen ersten Zugang zu Fachstellen oder zu geschulten Gleichaltrigen. Die Apotheke übernehme dabei eine Lotsenfunktion für Ratsuchende, sagte Markus Laurenz vom Verein „Our Generation Z“.

Apothekerin Annette Lihs erklärte, Studien zufolge brechen junge Menschen im Durchschnitt mehrere Anläufe ab, bevor sie sich Hilfe suchen. Häufig bestehe eine Hemmschwelle, sich Lehrkräften, Eltern, Ärzten oder offiziellen Beratungsstellen anzuvertrauen. Apotheken könnten erste Kontakte vermitteln oder gemeinsam mit den Betroffenen Kontakt zu Hilfsangeboten herstellen. Der Bedarf sei groß.

Von Liebeskummer bis zu Suchtproblemen

Rund ein Viertel der jungen Menschen berichte inzwischen über psychische Belastungen von Liebeskummer bis hin zu Depressionen. Zugleich beträgt die Wartezeit auf einen Therapieplatz derzeit mehrere Monate.

Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) betonte, Apotheken seien als niedrigschwellige Anlaufstellen besonders geeignet. Dort gebe es Erfahrung im Umgang mit sensiblen Themen wie Schwangerschaft oder Sucht. Bei weniger schweren Problemen könnten die Mitarbeitenden an geschulte Berater des Vereins vermitteln. Diese Unterstützung erfolge in der Regel telefonisch und unterscheide sich damit deutlich von einer reinen Online-Recherche.

Die Jugendinitiative „Our Generation Z“ hat das Konzept entwickelt. Inzwischen sind 42 Apotheken in Deutschland in das Netzwerk eingebunden.