Diakonie: Lücken in Schutz und Beratung von Frauen
Berlin, Brandenburg (epd).

Die evangelische Diakonie sieht in der Hauptstadtregion Probleme bei der Beratung zu Schwangerschaften und den Strukturen zum Schutz vor Gewalt. Durch Unterfinanzierung, wenige Angebote und regionale Unterschiede seien die Selbstbestimmung und die körperliche und seelische Unversehrtheit von Frauen eingeschränkt, erklärte das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Donnerstag in Berlin anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentags.

Bei der Beratung zu Schwangerschaftskonflikten werde in Brandenburg seit 2025 die gesetzliche Mindestquote von einer Vollzeitkraft auf 40.000 Einwohner unterschritten, hieß es. Die Fördermittel des Landes reichten derzeit nicht aus, um eine Abdeckung zu gewährleisten. Diakonie-Direktorin Ursula Schoen kann nach eigenen Worten nicht nachvollziehen, dass der modernen Gesellschaft „der politische Wille fehlt“, um einen effektiven Schutz zu gewährleisten.

„Gewalt gegen Frauen ist keine Randerscheinung“

Der Gewaltschutz werde zudem wichtiger: In Brandenburg seien 2024 insgesamt 6.790 Fälle häuslicher Gewalt dokumentiert worden, mit 4.924 betroffenen Frauen. Gleichzeitig hätten nur 410 Frauen und 449 Kinder Schutz in Frauenhäusern gefunden. Die Berliner Polizei registrierte in der Hauptstadt im selben Jahr 19.213 Fälle von Gewalt in Partnerschaft und Familie.

„Die aktuellen Zahlen zeigen: Gewalt gegen Frauen ist keine Randerscheinung - sie ist Alltag“, betonte Schoen. Gewaltschutz sei ein Menschenrecht, weswegen Berlin und Brandenburg verlässliche Strukturen schaffen müssten, um alle Frauen unabhängig von Herkunft oder sozialer Lage zu schützen.