Brandenburger sehen eigene Lage besser als die des Landes
Potsdam (epd).

Zukunftssorgen nehmen in Brandenburg laut einer Umfrage zu. Zugleich werde die persönliche Lebenssituation weiterhin sehr positiv bewertet, hieß es bei der Vorstellung des Brandenburg-Monitors 2026 am Dienstag in Potsdam. Damit gebe es wie bereits bei der vorhergehenden Umfrage von 2024 eine spürbare Diskrepanz zwischen der Einschätzung der privaten Lebenslage und den Erwartungen für die Zukunft. Als wichtigstes Problem sehen die Brandenburger laut der repräsentativen Umfrage die AfD sowie Tendenzen nach rechts.

2026 gaben 21 Prozent der Befragten an, Rechtsruck und AfD seien das größte Problem im Land, 2024 waren es 22 Prozent. Zugleich werde Migration deutlich seltener als wichtiges Problem angesehen, hieß es. 2024 habe das Thema mit 24 Prozent noch den Spitzenplatz belegt, 2026 hätten nur noch 13 Prozent Migration als großes Problem benannt.

Vertrauen in die Feuerwehr

Das Vertrauen in die verschiedenen Institutionen hat sich der Umfrage zufolge großteils wenig verändert, ist aber im politischen Bereich deutlich zurückgegangen. An der Spitze stehen mit 98 Prozent Feuerwehr und Rettungsdienste, mit 77 Prozent die Polizei und mit 60 Prozent die Gerichte.

Das Vertrauen in die Landesregierung ist von 42 auf 36 Prozent, in den Landtag von 39 auf 35 Prozent, in den Bundestag von 30 auf 24 Prozent und in die Bundesregierung von 26 auf 15 Prozent gesunken. Auch in die Partei, die sie selbst wählen, haben die Menschen weniger Vertrauen, der Wert sank von 60 auf 58 Prozent. 76 Prozent halten den Staat für überfordert. Deutlich zugelegt hat hingegen das Vertrauen in die Kirchen, von 17 auf 28 Prozent.

Große Zufriedenheit mit eigenem Leben

87 Prozent der Menschen seien mit dem eigenen Leben zufrieden, hieß es. 2024 waren es 85 Prozent. Eine gute Bewertung der eigenen finanziellen Situation liege mit 81 Prozent auf dem Niveau von 2024. Die Erwartung, dass sich diese Situation nicht verändert oder verbessert, liege bei 68 Prozent. 2024 waren es 61 Prozent.

Um die Zukunft der Kinder machten sich hingegen inzwischen 65 Prozent der Menschen Sorgen, hieß es. 2024 waren es 60 Prozent. Der Anteil von Personen mit konkreten Sorgen zur finanziellen Absicherung im Alter sei von 43 auf 46 Prozent und mit Sorgen zur Arbeitsplatzsituation von neun auf 16 Prozent gestiegen. Erstmals sei mit 54 Prozent eine Mehrheit der Meinung, dass sich Brandenburg in die falsche Richtung entwickelt. 2024 waren es 48 Prozent.

Wachsende Unsicherheit

Staatskanzleichefin Kathrin Schneider (SPD) sagte, die Umfrage zeige, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Land konsequent vorangetrieben werden müsse, damit die bisher gute Lage Bestand habe. „Da müssen wir dranbleiben“, sagte sie.

Junge Menschen von 14 bis 18 Jahren seien im Vergleich zur Gesamtbevölkerung mit ihrem Leben zufriedener und blickten zuversichtlicher auf die eigene Zukunft, hieß es weiter. Insgesamt fühlten sich die Brandenburgerinnen und Brandenburger unsicherer als vor fünf Jahren und auf Notsituationen nicht gut vorbereitet. Den Ausbau von Bundeswehrstandorten und die Ansiedelung von Unternehmen der Verteidigungsindustrie fänden rund zwei Drittel der Menschen gut. Den repräsentativen Brandenburg-Monitor gibt es seit 2018 alle zwei Jahre.

Von Yvonne Jennerjahn (epd)