Brandenburg will Schutz von Frauen vor Gewalt verbessern
Potsdam (epd).

Gewalt gegen Frauen und Kinder soll in Brandenburg wirksamer bekämpft werden. Dazu werde von vier Ministerien ein gemeinsames sogenanntes Hochrisikomanagement aufgebaut, teilte das Sozialministerium am Sonntag in Potsdam mit. Beteiligt seien neben dem Sozialministerium die Ressorts für Inneres, Justiz und Jugend. Ziel sei, Strukturen aufzubauen, die es ermöglichen, Hochrisikofälle häuslicher Gewalt frühzeitiger zu erkennen und insbesondere Tötungsdelikte an Frauen zu verhindern.

Angestrebt werde, dass alle relevanten Behörden und Organisationen Fälle mit besonders hohem Gefährdungspotenzial gemeinsam in den Blick nehmen, um geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten, hieß es. Einbezogen würden Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte, Jugendämter sowie Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen. Für die Koordinierung der Zusammenarbeit sei jetzt ein Leitfaden herausgegeben worden.

Schutzmaßnahmen für individuelle Fälle

Im Zuge des Hochrisikomanagements sollen den Angaben zufolge unter anderem gezielt Schutzmaßnahmen für den jeweiligen, individuellen Fall erarbeitet werden. Diese sollen anschließend gemeinsam mit der Betroffenen durch die jeweils zuständigen Behörden und Organisationen umgesetzt werden. Auch ein Monitoring zur fallbezogenen Evaluierung sei geplant.

In der polizeilichen Kriminalstatistik wurden den Angaben zufolge 2025 insgesamt 4.712 weibliche Opfer häuslicher Gewalt in Brandenburg erfasst, darunter 15 Mord- und Totschlagsdelikte. Fünf der Opfer starben an ihren Verletzungen. In diesem Jahr wurden allein im August drei junge Frauen bei „Femiziden“ von Männern getötet.