Brandenburg eröffnet weitere Fachstelle für Gewaltprävention
Potsdam (epd).

Das Land Brandenburg hat in Frankfurt (Oder) eine weitere Beratungsstelle für Gewaltprävention eröffnet. In der Einrichtung werde unter anderem soziales Gruppentraining für Menschen angeboten, die im Kontext von Partnerschaft oder Familie bereits gewalttätig wurden, teilte das Landessozialministerium am Montag in Potsdam mit. Die Einrichtung werde dieses Jahr mit 605.000 Euro gefördert. Für 2027 sind 705.000 Euro eingeplant.

Die Fachstelle in Frankfurt (Oder) ist nach Potsdam, Oranienburg und Cottbus die vierte in Brandenburg. Das Programm richte sich an volljährige, in dem Bundesland gemeldete Menschen, die an ihrem Gewaltverhalten arbeiten wollten, hieß es. Es umfasse unter anderem 25 zweistündige Sitzungen von Gruppentraining.

Wilke will Gewaltprävention weiter stärken

Brandenburgs Sozialminister René Wilke (SPD) hob den Beitrag der Täterarbeit für den Frauengewaltschutz hervor, „da sie direkt an der Ursache ansetzt: dem Verhalten des - zumeist männlichen - Täters“. Die Betroffenen häuslicher Gewalt seien zu 80 Prozent Frauen und meist seien es Partner beziehungsweise Ex-Partner, die gewalttätig würden. Brandenburg müsse den ab 2032 geltenden Rechtsanspruch für Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen umsetzen und die Gewaltprävention weiter stärken.

Den Angaben nach ist der Beratungsbedarf in den vergangenen Jahren gestiegen. An den Brandenburger Standorten wurden im vergangenen Jahr 158 Personen beraten worden, knapp 87 Prozent von ihnen waren männlich. In der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes wurden den Angaben zufolge 2025 insgesamt 4.712 weibliche Opfer häuslicher Gewalt erfasst.