In der Pflege lassen sich nach Einschätzung des Landespflegerats Thüringen durch weniger Bürokratie und bessere Abläufe Kosten sparen. Ungenutztes Material, unnötige Bürokratie und schlecht abgestimmte Übergänge zwischen Krankenhaus, Pflegeheim und häuslicher Versorgung verursachten vermeidbare Kosten, erklärte der Verband am Freitag am Rande seiner Jahreskonferenz in Weimar. Bei der geplanten Reform der Pflegeversicherung sei es daher notwendig, Einsparpotenziale gezielt in den Versorgungsabläufen zu suchen, statt Leistungen zu kürzen oder das Personal weiter zu belasten.
Zugleich warnte der Landespflegerat davor, bewährte Angebote der Pflegeberatung abzubauen und durch neue Parallelstrukturen zu ersetzen. Pflegebedürftige und Angehörige benötigten verlässliche Ansprechpersonen und Kontinuität. Auch mehr Eigenverantwortung für Pflegefachpersonen, eine bessere Zusammenarbeit der Versorgungsbereiche und stärkere Prävention könnten Kosten senken.
Zwischen Versorgungssicherheit und Kostendruck
Der Landespflegerat fordert außerdem, die professionelle Pflege verbindlich an der Reform zu beteiligen. In der 13-köpfigen Pflegestrukturkommission des Bundes sei die berufspolitische Vertretung der Pflege nicht institutionell vertreten. Verbandsvorsitzende Nicole Hartenstein sagte, die Pflege sei nicht das Kostenproblem, sondern ein zentraler Teil der Lösung.
Das Bundeskabinett hatte die Kommission am 14. Oktober eingesetzt. Sie soll bis Ende Januar 2027 Vorschläge für eine Strukturreform vorlegen, die zum 1. Juli 2027 in Kraft treten soll.