Alkoholmissbrauch ist in Thüringen verbreitet
Erfurt (epd).

Die Zahl der in Thüringen wegen Alkoholmissbrauchs behandelten Menschen liegt über dem Bundesschnitt. So seien im Jahr 2023 rund 15 von 1.000 Versicherten im Freistaat wegen psychischer und anderer Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Alkohol ambulant oder stationär versorgt worden, teilte die Krankenkasse Barmer am Dienstag in Erfurt mit. Damit liege Thüringen etwa 25 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt von rund 12 Betroffenen je 1.000 Einwohner und weise bundesweit die vierthöchste Rate auf.

Besonders häufig betroffen sind den Angaben zufolge Menschen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. In dieser Altersgruppe wurde etwa jede 40. Person wegen Alkoholmissbrauchs behandelt. Der Landesgeschäftsführer der Barmer, Robert Büssow, betonte, Alkoholismus sei unter älteren Menschen neben individuellen Gründen und Schicksalsschlägen auch auf die Sozialisation zurückzuführen. Alkohol habe in ihrer Jugend oftmals einen anderen Stellenwert gehabt.

Gesundheitliche Folgerisiken

Zugleich verweist die Kasse auf gesundheitliche Folgerisiken. Alkohol sei an der Entstehung von mehr als 200 Krankheiten beteiligt. Mehr als 40 Prozent der alkoholkranken Menschen litten zugleich an Depressionen, ebenfalls rund 40 Prozent an Bluthochdruck, etwa jeder Fünfte an Diabetes.

Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist laut Barmer dagegen ein rückläufiger Trend bei behandlungsbedürftigem Alkoholmissbrauch zu beobachten. In der Altersgruppe der 12- bis 29-Jährigen sei die Behandlungsrate zwischen 2018 und 2023 von fünf auf drei je 1.000 Versicherte gesunken.