In mehreren Bauetappen soll in den kommenden Jahren das Unesco-Welterbe Wartburg saniert werden. Im Zuge dessen würden unter anderem der Palas, das Neue Treppenhaus sowie das als Café genutzte Gadem-Gebäude instand gesetzt, teilte die Wartburg-Stiftung am Mittwoch mit. Der Baubeginn ist demnach für das Frühjahr 2027 geplant. Das Projekt werde mit knapp zwölf Millionen Euro aus Mitteln des Bundes und des Landes Thüringen gefördert.
Die Arbeiten beginnen den Angaben zufolge am Palas. Für rund 8,2 Millionen Euro sollen Dach, Fassaden und technische Anlagen erneuert werden. Außerdem sind Maßnahmen für besseren Brandschutz, mehr Sicherheit und den Erhalt der historischen Bausubstanz geplant. In den Dachbereich des Treppenhauses werde zudem eine Klimaanlage eingebaut. Bereits in den kommenden Wochen soll den Angaben nach mit dem Gerüstbau an der Fassade begonnen werden.
Gebäude wird demontiert und neu aufgebaut
Voraussichtlich 2028 soll das Gadem, ein kleines Fachwerkhaus, saniert werden. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert kämpft mit schweren statischen Problemen. Geplant ist, das Gebäude zu demontieren und unter Verwendung möglichst vieler Originalbauteile wieder aufzubauen. Für eine Sanierung wurden ursprünglich Kosten von etwa 4,5 Millionen Euro erwartet. Durch den Ersatzbau mit Originalteilen könnten diese aber noch auf weniger als zwei Millionen Euro gesenkt werden. Die Gastronomie soll während dieser Arbeiten in den Innenhof des nahegelegenen Hotels ziehen.
Ab 2027 sollen den Angaben nach auch Umbauarbeiten in den ehemaligen Gemeinschaftsräumen des Burgpersonals begonnen werden, für die rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt sind.
Ausstellung teilweise ausgelagert
Die Bauarbeiten sollen bei laufendem Besuchsbetrieb stattfinden. Für die Dauer der Sanierung müssten einzelne Ausstellungen und Bereiche der Wartburg wie etwa der Festsaal jedoch geschlossen werden, hieß es. Dort wird unter anderem die Haustechnik inklusive Fußbodenheizung erneuert.
Teile der bestehenden Ausstellung sollen während der Sanierungsarbeiten vorübergehend in das Thüringer Museum in der Eisenacher Innenstadt ausgelagert werden, teilte die Wartburg-Stiftung mit. Besucher könnten die dort präsentierten Exponate mit ihrem Burg-Ticket ohne zusätzliche Kosten besichtigen.
Auch das Hotel auf dem Burgberg wird saniert
Noch in Planung sind den Angaben zufolge die Arbeiten an dem historischen Hotel direkt unterhalb der Wartburg. Oberste Priorität habe die Wiederöffnung der Gastronomie in dem stark sanierungsbedürftigen Gebäude. Der Baubeginn dürfte allerdings frühestens 2028 erfolgen. Laut der Wartburg-Stiftung sind für die Sanierung Gesamtkosten von rund 25 Millionen veranschlagt. Vorhanden seien derzeit fünf Millionen Euro an Fördermitteln für die Sicherung des Gebäudes. Das Vorhaben werde jedoch getrennt von den übrigen Sanierungsarbeiten an der Wartburg betrachtet, sagte ein Sprecher.
Die Wartburg wurde 1080 erstmals urkundlich erwähnt und zählt seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Hier wirkte im frühen 13. Jahrhundert die bis heute als Sinnbild tätiger Nächstenliebe verehrte Heilige Elisabeth (1207-1231). Der Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) übersetzte 1521/22 hier das Neue Testament ins Deutsche.