In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Buchhandlungen innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Viertel (27,4 Prozent) zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt am Montag in Halle (Saale) mitteilte, gab es im Jahr 2024 nur noch 59 selbstständige Buchhandlungen und 79 Niederlassungen im Land. Im Jahr 2014 seien es noch 84 eigenständige Buchhandlungen und 106 Niederlassungen gewesen. Die meisten Buchhandlungen befinden sich demnach in Halle (neun) und im Altmarkkreis Salzwedel (sieben).
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bestätigte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) diese Entwicklung. „Die Buchhandlungen stehen seit Jahren unter großem Druck“, sagte die Geschäftsführerin des Landesverbandes Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Heike Haupt. Viele Buchhändler hätten sich Anfang der 1990er Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung selbstständig gemacht. Für diese Buchhandlungen würden jetzt vielerorts Nachfolger gesucht.
Kaum finanzielle Rücklagen
Zudem seien die Mieten, Löhne und weitere Kosten stark angestiegen. Viele Unternehmen hätten auch kaum finanzielle Rücklagen, sodass in den vergangenen Jahren etliche Buchhandlungen aufgegeben wurden.
Mit Blick auf die Leipziger Buchmesse hat das Statistische Landesamt zudem auf die Buchverlage geschaut. Ihre Zahl sei in Sachsen-Anhalt mit 19 im Jahr 2024 gegenüber 21 im Jahr 2014 nahezu konstant geblieben. Auch der Börsenverein sprach von einer stabilen Entwicklung. Gut etablierte Verlage seien etwa der Mitteldeutsche Verlag, der Verlag Janos Stekovics, der Hasenverlag, der Schmidt-Buch-Verlag oder der Verlag Dr. Ziethen, hieß es.