Die Intendantin der Berlinale, Tricia Tuttle, sieht die Unabhängigkeit der Internationalen Filmfestspiele gestärkt. Dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sagte Tuttle am Donnerstagabend, dass der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) am Mittwoch die Unabhängigkeit des Festivals bestätigt habe, sei für sie ausschlaggebend gewesen, weiterzumachen. „Ich würde nicht bleiben wollen, wenn der eingeschlagene Weg nicht geschätzt würde“, sagte die US-Amerikanerin.
Die Berlinale-Chefin betonte zugleich, dass der Aufsichtsrat Empfehlungen gegeben habe, keine Vorgaben: „Ich habe keine Angst vor diesen Empfehlungen.“ Die Umsetzung werde in der unabhängigen Verantwortung der Berlinale liegen: „Es ist unsere Entscheidung. Wir schauen uns das an und entscheiden dann über die nächsten Schritte.“
Die Festivaldirektorin sieht die Berlinale durch die Diskussionen der vergangenen Tage nicht beschädigt. Schäden könne es geben, wenn die Menschen das Vertrauen in die Berlinale verlieren und nicht mehr glauben, dass sie eine unabhängige Organisation ist, die künstlerische Freiheit wertschätzt, sagte Tuttle. „Wir werden die Politik nie zurückweisen. Die Berlinale ist politisch, das Kino ist politisch. Jedoch müssen wir im nächsten Jahr sicherstellen, dass alle unsere Filme so wahrgenommen werden, wie sie es verdienen.“
Hintergrund sind israelfeindliche Proteste von Künstlern während der Filmfestspiele im Februar. Daraufhin wurden Rücktrittsforderungen gegenüber Tuttle laut. Zugleich erhielt die 56-Jährige Rückendeckung aus dem In- und Ausland.