Thüringer Museen steigern Besucherzahlen
Erfurt (epd).

Im vergangenen Jahr haben mehr als 3,95 Millionen Gäste die insgesamt 236 Thüringer Museen besucht. Das entspreche einem Zuwachs von rund 3,7 Prozent, sagte der Präsident des Museumsverbandes Thüringen, Roland Krischke, am Donnerstag in Erfurt. Die Entwicklung zeige, dass Thüringens Museen unentbehrliche Orte der Bildung, des Austauschs und der regionalen Identität blieben.

Ein besonderer Besuchermagnet war den Angaben zufolge 2025 die Thüringer Landesausstellung „freiheyt 1525 - 500 Jahre Bauernkrieg“. Die Mühlhäuser Museen konnten ihre Besuchszahlen nahezu verdoppeln. Das Panoramamuseum Bad Frankenhausen verzeichnete rund 15.000 zusätzliche Besuche. Die Landesausstellung habe dazu beigetragen, die Wahrnehmung der nordthüringischen Museumslandschaft zu stärken, sagte Krischke.

Museen bei Schulklassen gefragt

Landesweit begrüßten die Klassik Stiftung Weimar sowie die Wartburg erneut die meisten Besucherinnen und Besucher. Noch immer konnten die Museen aber das Niveau aus der Zeit vor der weltweiten Corona-Pandemie mit 4,2 Millionen Gästen im Jahr 2019 nicht erreichen, sagte Krischke.

Besonders erfreulich sei der hohe Anteil von 550.000 Kindern und Jugendlichen unter den Besucherinnen und Besuchern. Laut Krischke sind in den Häusern 2025 mehr als 55.000 Schulstunden abgehalten worden. Das Interesse habe mancherorts die Kapazitäten der Häuser überstiegen. Vielfach hätten angefragte Besuche abgesagt werden müssen. Allein die Gedenkstätte Buchenwald habe über 1.000 Anfragen abgelehnt.

Gelder werden spät ausgezahlt

Mit Blick auf die Kulturpolitik im Freistaat sieht der Verband sowohl Fortschritte als auch Handlungsbedarf. Positiv sei gewesen, dass die zunächst geplante Streichung des Thüringer Volontariatsprogramms durch den Haushaltsgesetzgeber abgewendet werden konnte. Dieses Instrument sei für die Ausbildung des Fachpersonals in den Museen unentbehrlich. Ein generelles Hindernis bleibe jedoch die Haushaltssituation in Kommunen und Land. Hier brauche es verlässliche kulturpolitische Rahmenbedingungen.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Franziska Zschäck sagte, Gelder seien zuletzt spät ausgezahlt worden und müssten oft noch im selben Jahr ausgegeben werden. Auch über den Museumsmitteln schwebe das Damoklesschwert der globalen Minderausgabe. Gerade kleine Häuser seien besonders bedroht, weil viele Kommunen bei den freiwilligen Leistungen sparen müssen. Auch der aktuelle Anstieg der Energiepreise könne die Erreichbarkeit der Häuser abseits der Städte durch Schulklassen beeinträchtigen. Busse und Bahnen verkehrten nicht überall und Mietbusse könnten unbezahlbar werden.

Kleine Häuser gefährdet

Nach Angaben des Verbands sind 2025 vier Schließungsmeldungen angezeigt worden. Zwar würden für bedrohte Häuser zunächst meist Lösungen für einen eingeschränkten Weiterbetrieb gefunden. Doch nachhaltig sei das nicht, wenn etwa Öffnungszeiten eingeschränkt werden oder die Arbeit ausschließlich auf Ehrenamtliche verlagert wird.

Der Museumsverband Thüringen vertritt die Interessen von derzeit 236 Mitgliedsmuseen. Die Schwerpunkte der Häuser reichen dabei von volkskundlichen und kulturgeschichtlichen Einrichtungen bis hin zu Kunst- und Naturkundemuseen.

Von Matthias Thüsing (epd)