Das Stadtmuseum Weimar zeigt ab Samstag Arbeiten der Künstlerin Margarethe Geibel (1876-1955). Unter dem Titel „Das freie Meer befreit den Geist“ beleuchte die Schau die verschiedenen Facetten ihres Schaffens, sagte ein Museumssprecher am Donnerstag vor Ort. Geibel zähle zu den bedeutenden Künstlerinnen Weimars im 20. Jahrhundert und wurde insbesondere durch ihre Farbholzschnitte bekannt.
Die Ausstellung macht den Angaben zufolge deutlich, wie Geibel historische Motive, Naturbeobachtungen und moderne Gestaltungsmittel miteinander verknüpfte. In ihrem Werk spiegele sich das kulturelle Erbe der Stadt wider und verbinde traditionelle Bildmotive mit den künstlerischen Entwicklungen des frühen 20. Jahrhunderts. Speziell ihre Farbholzschnitte gelten als wichtige Zeugnisse des historischen Weimar.
Landschaften und Stadtansichten im Fokus
Geboren wurde sie am Weimarer Frauenplan in unmittelbarer Nachbarschaft zum Goethehaus. Ihr Vater Casimir Geibel (1839-1896) war als Maler eng mit der Weimarer Kunstszene verbunden. Nach einer frühen künstlerischen Ausbildung studierte sie in Stuttgart, wo sie sich intensiv mit Druckgrafik beschäftigte. Nach ihrer Rückkehr nach Weimar entwickelte Geibel den Farbholzschnitt zu ihrer wichtigsten künstlerischen Ausdrucksform.
Bekannt wurde Geibel vor allem durch ihre Darstellungen der Innenräume des Weimarer Goethehauses. Ihr Werk umfasst jedoch weit mehr als Architekturansichten. Wiederkehrende Motive sind Landschaften, Stadtansichten und insbesondere das Meer, das für die Künstlerin eine besondere Inspirationsquelle darstellte.