Die Organisatoren des „Jahres der jüdischen Kultur“ in Sachsen ziehen drei Monate nach Beginn ein positives Fazit. Unter dem übergeordneten Titel „Tacheles“ würden inzwischen rund 1.000 Veranstaltungen angeboten, teilte das Organisationsbüro am Montag in Chemnitz mit. Bei der Eröffnung am 14. Dezember war zunächst von knapp 400 Angeboten ausgegangen worden.
Bisher beteiligten sich an dem landesweiten Themenjahr rund 150 Akteurinnen und Akteure mit eigenen Programmpunkten. Dazu gehörten Kultureinrichtungen, wissenschaftliche Institutionen, Bibliotheken, Religionsgemeinschaften, Vereine und Bildungseinrichtungen. Auch Kirchgemeinden seien dabei, darunter die evangelisch-lutherische Domgemeinde in Freiberg.
Veranstaltungen auch im Erzgebirge und in Ostsachsen
Das Programm findet in 74 Städten und Gemeinden statt. Die meisten Veranstaltungen gibt es in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Doch auch in Olbernhau, Niesky, Kirchberg und Zwenkau wird zum „Jahr der jüdischen Kultur“ eingeladen. Im April steht unter anderem ein Podiumsgespräch zu Religionsfreiheit im Dresdner Haus der Kirche auf der Veranstaltungsliste.
In Markkleeberg, Leipzig, Oschatz und weiteren Orten finden Gedenkwege für rund 1.500 NS-Zwangsarbeiterinnen statt, die im April 1945 einen Marsch vom KZ-Außenlager Markkleeberg nach Theresienstadt (heute: Terezin in Tschechien) absolvieren sollten. Den Weg überlebten viele von ihnen nicht.
Friedensnobelpreisträgerin Scherbakowa zu Gast
Ende April stellt Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa in Dresden, Chemnitz und Zwickau ihr neues Buch „Der Schlüssel würde noch passen“ vor. Das „Jahr der jüdischen Kultur“ findet noch bis zum 12. Dezember statt.