Millionen für Sanierung von Schloss Friedenstein
Eisenach, Gotha (epd).

Für die weitere Sanierung von Schloss Friedenstein in Gotha stellen der Bund und Thüringen insgesamt 110 Millionen Euro bereit. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) überreichten am Freitag einen symbolischen Scheck für das Sanierungsprogramm. Die Kosten werden von Bund und Land zu gleichen Teilen getragen. Darin sind auch bereits abgeschlossene Investitionen enthalten.

Mit einem neuen Zuwendungsbescheid kann die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten nun die Sanierung des Westflügels für die museale Nutzung durch die Friedenstein Stiftung Gotha in Angriff nehmen. Für 2027 sind zudem Arbeiten am Ostturm und Teilen des Ostflügels vorgesehen.

Kultur- und Forschungsstandort Friedenstein stärken

Nach Angaben der Beteiligten sollen mit den Maßnahmen die historische Bausubstanz langfristig gesichert und die Bedingungen für Museum und Forschungsbibliothek verbessert werden. Auch der Zugang für Besucher werde neu gestaltet. Schloss Friedenstein soll damit als Ort für Kunst, Kultur, Forschung und Bildung gestärkt werden.

Ministerpräsident Voigt verwies auf die Bedeutung Thüringens als Kulturstandort. Schloss Friedenstein stehe ebenso wie die Wartburg beispielhaft für ein Erbe, das über die Grenzen des Freistaats hinausstrahle. Weimer hatte ebenfalls am Freitag zunächst die Wartburg in Eisenach besucht und sich dort mit Vertretern der Wartburg-Stiftung über die Bedeutung nationaler Kulturorte und anstehende Baumaßnahmen ausgetauscht.

Wartburg attraktiver machen

Weimer sprach sich dafür aus, die Wartburg über die bestehenden Angebote hinaus attraktiver zu machen. Gemeinsam mit dem Land und der Burg sollten Ideen entwickelt werden, die die einzigartige Geschichte der Wartburg und ihre Geschichten für die Öffentlichkeit sichtbarer machen. Das Denkmal sei ein „kultureller Leuchtturm“, der über seine Region hinaus Bedeutung besitze und Menschen auch emotional erreiche.

Das Denkmal steht laut Weimer dabei in besonderer Weise für die Verbindung von deutscher Geschichte, Literatur, Religion und politischer Entwicklung. Mit Martin Luther (1483-1546), der Heiligen Elisabeth (1207-1231) und dem Wartburgfest von 1817 verbinde sich dort eine lange Linie deutscher Kulturgeschichte, die bis in die Gegenwart hinein wirke.

Kultur für kommende Generationen lebendig halten

Weimer bezeichnete den Erhalt solcher Orte als eine wichtige kulturpolitische Aufgabe. Kultur müsse nicht nur bewahrt, sondern für kommende Generationen lebendig gehalten werden, erklärte er. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen würden Orte benötigt, an denen sich Menschen ihrer gemeinsamen Geschichte und kulturellen Prägungen vergewissern könnten.

Die Wartburg bei Eisenach zählt zu den bekanntesten deutschen Burgen und gehört seit 1999 zum Unesco-Welterbe. Die Burg gilt als bedeutendes Symbol deutscher Geschichte und Kultur. Im vergangenen Jahr besuchten rund 481.000 Menschen die mittelalterliche Anlage. Schloss Friedenstein in Gotha ist eine monumentale frühbarocke Residenz, die Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha (1601-1675) ab 1643 als sichtbares Zeichen des Friedens erbauen ließ. Äußerlich schlicht gestaltet, birgt die Anlage im Inneren reiche Sammlungen.

Von Matthias Thüsing (epd)