LutherMuseen feiern 30 Jahre Unesco-Welterbe
Wittenberg (epd).

Die LutherMuseen in Wittenberg und Eisleben wollen das 30. Jubiläum der Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltungen 2026 stellen. Das teilte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt am Montag in Lutherstadt Wittenberg mit.

Am 7. Dezember 1996 waren die bedeutendsten Lutherstätten in Sachsen-Anhalt in die Liste des Uesco-Weltkulturerbes aufgenommen worden. Welterbestätten sind in Lutherstadt Eisleben bei Halle (Saale) Luthers Geburtshaus und Luthers Sterbehaus sowie in Wittenberg das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Schlosskirche und die Stadtkirche. Stiftungsvorstand Thomas Müller betonte, man wolle mit den Menschen beider Städte feiern und zeigen, „was Eisleben mit den ägyptischen Pyramiden und Wittenberg mit dem indischen Taj Mahal gemeinsam haben“.

Viele Besucher 2025

Zugleich blicken die LutherMuseen auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mehr als 92.000 Besucherinnen und Besuchern wurden bei zahlreichen Veranstaltungen der Stiftung Luthergedenkstätten gezählt, 14 Prozent mehr als 2024. „Das Jahr 2025 stand bei uns ganz im Zeichen der Erinnerung an den Bauernkrieg 1525. Zugleich ist deutlich geworden, dass all unsere Häuser attraktiv sind und sich bei Menschen aller Generationen großer Beliebtheit erfreuen“, sagte Müller.

Ein Höhepunkt war demnach die Mitmachausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt“ in Luthers Elternhaus in Mansfeld und Luthers Sterbehaus in Eisleben zur Erinnerung an 500 Jahre Bauernkrieg, als Teil der dezentralen Landesausstellung von Sachsen-Anhalt. Die Ausstellung mit ihrem Begleitprogramm haben in dieser Zeit rund 14.000 Personen besucht. Aufgrund der Nachfrage sei die Schau verlängert worden und ist bis Ende des Jahres zu sehen, teilte die Stiftung mit.

Lutherhaus öffnet 2027

Die guten Zahlen der LutherMuseen seien umso erfreulicher, da das eigentliche Lutherhaus in Wittenberg momentan nicht für Besucher zugänglich ist, hieß es weiter. Das historische Gebäude mit der berühmten Lutherstube ist nicht nur das größte Haus der Stiftung, sondern beherbergt auch die größte reformationsgeschichtliche Ausstellung der Welt. Seit Anfang 2025 laufen der Umbau der Ausstellung und die energetische Sanierung des früheren Augustinerklosters. Dafür investieren Stiftung, Land und Bund fast 16 Millionen Euro. „Die Wiedereröffnung ist für 2027 geplant“, sagte Müller. Bis dahin werden die wichtigsten Exponate weiterhin in der Sonderausstellung „Buchstäblich Luther. Facetten eines Reformators“ im nahe gelegenen Augusteum präsentiert.

Von Thomas Nawrath (epd)