Halberstädter Domstollen lagern erstmals in Turmkapelle
Halberstadt (epd).

Exakt 1.600 Christstollen lagern seit Mittwoch im Südturm des Halberstädter Doms. Erstmals würden die Weihnachtsgebäcke im Erdgeschoss des dem heiligen Stephanus gewidmeten Turms aufbewahrt, teilte die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt vor Ort mit. Der Raum stamme aus der ersten Bauphase des Doms im 13. Jahrhundert und habe vermutlich als Kapelle gedient.

Die gemeinsame Aktion einer Halberstädter Bäckerei, der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und der evangelischen Kirchengemeinde Halberstadt gibt es seit 2016. Bis zum ersten Advent sollen die Stollen in dem im Winter kalten Dom reifen. Die Bedingungen im Turmraum seien dafür noch geeigneter als im bislang genutzten Remterkeller, teilte die Stiftung mit.

Anschnitt vor dem ersten Advent

Die Stollen wurden den Angaben zufolge nach bewährtem Rezept in Handarbeit hergestellt. Mit den Vorbereitungen sei bereits im Sommer begonnen worden. Der schwere Teig wird geknetet, geformt und gebacken. Nach mehreren Wochen Lagerung sollen die Stollen vor dem ersten Advent aus dem Dom geholt und verkauft werden. Bei der Andacht zum traditionellen Halberstädter Adventsläuten am 28. November soll der Leiter des Bäckerteams, Peter Potratz, den ersten Stollen anschneiden und damit den Verkauf eröffnen.

Ein Teil des Erlöses in diesem Jahr kommt laut Kulturstiftung der kirchenmusikalischen Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde in Halberstadt zugute. Unterstützt wird das Dudelsackensemble „Cathedral Pipes and Drums“, das seit 2019 unter Leitung von Christian Bier probt und regelmäßig bei Veranstaltungen am und im Dom auftritt.