Chemnitzer Ausstellung reflektiert Kunst der DDR
Chemnitz (epd).

Die Chemnitzer Kunstsammlungen präsentieren Werke des freischaffenden DDR-Künstlers Karl Heinz Jakob (1929-1997) und seiner Enkelin Henrike Naumann (1984-2026). Unter dem Titel „Schichtwechsel“ werden von Samstag an Gemälde, Zeichnungen und Installationen von beiden gezeigt, wie die Chemnitzer Kunstsammlungen am Mittwoch mitteilten. Es sei ein „Dialog der Generationen“.

Der Zwickauer Maler und Zeichner Jakob hatte Ende der 50er Jahre zusammen mit weiteren DDR-Künstlern Produktions- und Porträtstudien von Bergarbeitern erstellt. Naumann, die im Februar gestorben war, schuf 2018 die Installation „DDR Noir (Bergarbeiterkneipe)“. Immer wieder beschäftigte sie die Frage des gesellschaftlichen Umgangs mit Kunst aus der DDR in der Gegenwart.

Verborgenes Wandgemälde des Großvaters

Einen zentralen Platz nahm dabei das Wandgemälde ihres Großvaters „Die Mechanisierung der Landwirtschaft“ ein, das 1960/61 für den Plenarsaal des Rates des Bezirkes Karl-Marx-Stadt entstand und seit 2002 hinter einer Trockenbauwand verborgen ist. Die Ausstellung zeigt eine Farbskizze, historische Fotografien und eine Reproduktion des Werks, auf das auch Naumanns Installation „Ruin“ im deutschen Pavillon der diesjährigen 61. Biennale in Venedig unmittelbar Bezug nimmt.

Die Präsentation „Schichtwechsel“ in den Kunstsammlungen Chemnitz wurde nach dem gleichnamigen Gemälde von Karl Heinz Jakob aus dem Jahr 1956 benannt, das Bergarbeiter bei der Dienstübergabe im Schacht festhielt. Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar zu sehen. Zum Abschluss der Venedig-Biennale im November wird erstmals der Henrike-Naumann-Preis für Bildende Kunst vergeben.