Dresdner Kunstsammlungen müssen sparen
Dresden (epd).

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sind wegen zunehmend knapper Kassen zu Sparmaßnahmen gezwungen. Vom 1. April an würden daher die Eintrittspreise für einige Museen um zwei Euro angehoben, sagte die Kaufmännische Direktorin der SKD, Cornelia Rabeneck, am Donnerstag in Dresden. Dies betreffe vor allem die touristisch stark frequentierten Häuser wie das Residenzschloss mit unter anderem dem Historischen Grünen Gewölbe sowie die Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger.

Nach jahrelangem freien Eintritt zahlen Schülerinnen und Schüler künftig zwei Euro für ein Ticket. Die Altersgrenze für diese Ermäßigung liegt bei 20 Jahren. Bisher hatten junge Menschen bis 17 Jahren Gratis-Zugang. Auch die Preise für SKD-Jahreskarten werden erhöht, von derzeit 75 auf 95 Euro.

Deutlich weniger Gäste

Insgesamt haben die SKD 2025 einen deutlichen Gästerückgang verzeichnet. Rund 1,9 Millionen Besucherinnen und Besuchen kamen laut Rabeneck in die insgesamt 15 Museen und Einrichtungen. Das seien 460.000 Menschen weniger als im Vorjahr. Das Besuchsrekordjahr bleibt weiterhin 2019 mit rund 2,6 Millionen Interessierten.

Rabeneck begründete das aktuelle Gästeergebnis unter anderem mit dem allgemeinen Rückgang in der Tourismusbranche, eingeschränkten Öffnungszeiten und teilweisen Schließungen von Ausstellungsräumen. 40 Prozent der Gäste kamen 2025 aus dem Ausland.

30 Stellen weggefallen

In der Bilanz fehlten den SKD rund 2,6 Millionen Euro Umsatzerlöse. Einen Gesamtetat für das laufende Jahr nannte Rabeneck aber nicht. Als eine weitere Sparmaßnahme verwies sie auf den Personalabbau. In diesem Jahr fallen laut Kaufmännischer Direktorin 30 Stellen weg. Ein Großteil der befristet angestellten Mitarbeitenden hätten demnach keine Vertragsverlängerung erhalten. Den Angaben zufolge hat die SKD derzeit 320 unbefristet beschäftigt Mitarbeitende.

Der Generaldirektor der Sammlungen, Bernd Ebert, betonte die Bedeutung der analogen Ausstellungen. „Ich träume nicht von einem digitalen Zukunftsmuseum“, sagte Ebert. Im Zentrum stünden für ihn die analogen Objekte und deren Erforschung. Die SKD wollen Ebert zufolge unter anderem Kooperationen mit Museen in Ostasien verstärken, etwa in Japan, Korea und Taiwan.

Correggio und Kryptowährung

Für April kündigte Ebert die Eröffnung weiterer Festsäle im Residenzschloss an. Zudem sei 2026 eine Ausstellung mit japanischen Holzschnitten geplant sowie eine Schau mit Werken vom Antonio Allegri (1489-1534), bekannt als Correggio, und eine Ausstellung zu Kryptowährungen im Münzkabinett.

Für 2027 bereiten die SKD eine Präsentation zu Peter Paul Rubens (1577-1640) vor, dessen Geburtstag sich dann zum 450. Mal jährt. Ebert sprach von „herausfordernden Zeiten“. Wegen geringerer Mittel seien Prioritäten im Ausstellungsprogramm zu setzen.

Laut Rabeneck sind die SKD noch immer mit den Folgen des Cyberangriffs im Januar beschäftigt. Die IT-Struktur sei gut aufgestellt, sagte sie. Dennoch bedürfe es einer „kritischen Betrachtung“.

Die Sparkassen-Finanzgruppe setzt ihr Engagement für die SKD nach eigenen Angaben für mindestens drei Jahre fort, die Uhrenmanufaktur Lange & Söhne verlängert ihre Unterstützung um weitere fünf Jahre.

Von Katharina Rögner (epd)