Dresden Gemäldegalerie bereitet Correggio-Ausstellung vor
Dresden (epd).

In den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist das Altarbild „Madonna des heiligen Sebastian“ des italienischen Renaissance-Malers Correggio (um 1489-1534) restauriert worden. Zum Abschluss der vierjährigen Arbeiten ist das auf Pappelholz gemalte Bild in den Rahmen eingepasst und fixiert worden. Das etwa drei Meter hohe und rund 87 Kilogramm schwere Werk wird Teil der Correggio-Ausstellung sein, die vom 19. September an in der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister präsentiert wird.

Zu sehen sind laut Kurator Andreas Plackinger rund 130 Objekte, darunter 20 Gemälde und 20 Zeichnungen von Correggio, der mit bürgerlichem Namen Antonio Allegri hieß. Weltweit sind rund 60 Gemälde des Italieners erhalten. In Deutschland gibt es fünf seiner Gemälde, vier davon in Dresden, eins in Berlin.

Die Ausstellung sei eine Chance, das Werk Correggios in seiner Vielfalt an einem Ort zu erleben, sagte Plackinger, der Konservator für italienische Malerei ist. Der Meister habe fast ausschließlich auf Holz gemalt. Da das Material sehr empfindlich sei, würden Werke sehr selten ausgeliehen. Das mache die Dresdner Ausstellung auch so besonders.

Leihgaben aus europäischen Museen

Leihgaben kommen laut Plackinger aus dem Prado in Madrid, dem Louvre in Paris, den Uffizien in Florenz und von der Londoner National Gallery. Die Ausstellung zeige auch Werke seiner Zeitgenossen sowie von Nachfolgern. Im Zentrum stehe die Meisterschaft des italienischen Künstlers in der Darstellung von Gefühlen.

Das jetzt restaurierte Altarbild „Madonna des heiligen Sebastian“ hat laut Restauratorin Steffi Bodechtel seine ursprüngliche Farbigkeit zurückerhalten. Bis zu 15 Schichten Firnisse und Übermalungen seien abgetragen worden. Correggio schuf das Werk um 1524 für die Bruderschaft des heiligen Sebastian in Modena in der heutigen Region Emilia-Romagna.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts seien in den vergangenen Jahren in Dresden der Erhaltungszustand, die Schadensursachen und Aspekte von Correggios Maltechnik untersucht worden, sagte die Restauratorin. In diesem Zusammenhang konnte eine umfassende Konservierung und Restaurierung von Malschicht und Bildträger realisiert werden.

Grundstein für Dresdner Gemäldegalerie

Sachsens Kurfürst August III. (1696-1763) kaufte Mitte des 18. Jahrhunderts laut Plackinger 100 der besten Gemälde aus der Sammlung des Herzogs von Modena. Dieser Ankauf umfasste auch die Hauptwerke Correggios, darunter mit der „Heiligen Nacht“ eines seiner berühmtesten Bilder sowie bedeutende Madonnenbilder. Der Erwerb legte den Grundstein für die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Neben Leonardo da Vinci (1452-1519), Raffael (1483-1520) und Michelangelo (1475-1564) zählte Correggio zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit.

Von Katharina Rögner (epd)