Die "Marke Rembrandt" auf Schloss Friedenstein
Gotha (epd).

Elf originale Ölgemälde des Malers Rembrandt van Rijn (1606-1669) sowie zahlreiche Grafiken und Zeichnungen sind von Samstag an auf Schloss Friedenstein in Gotha zu sehen. An der Schau „Rembrandt 1632 - die Entstehung einer Marke“ beteiligten sich mit Hilfe von Sponsoren 25 Leihgeber aus sieben Ländern, wie der Direktor der Friedenstein Stiftung Gotha, Tobias Pfeifer-Helke, am Donnerstag vor Ort erklärte. Ergänzt werde die Schau durch eine Vielzahl von Werken aus dem Umfeld des Künstlers.

Als Sensation bezeichnete Pfeifer-Helke, dass erstmals seit mehr 80 Jahren ein jugendliches Selbstbildnis des Künstlers wieder in Gotha zu sehen sein ist, das bis 1945 zu den Gothaer Sammlungen gehörte. Damals sei es kriegsbedingt ausgelagert, dann nach Coburg geschafft und von dort von der herzoglichen Familienstiftung an die Bayerische Staatsgemäldesammlung verkauft worden.

Stiftungsdirektor: „Das Bild gehört nach Thüringen“

Die Friedenstein Stiftung habe sich jahrzehntelang über rechtliche sowie ethisch-moralische Aspekte mit dem Münchner Museum ausgetauscht. Die leihweise Rückkehr nach Gotha, sei ein Höhepunkt der Schau. Das 1810 für Gotha erworbene Bild gehöre nach Thüringen, sagte Pfeifer-Helke, es sei ein Teil der Identität dieses Landes. Für die temporäre Heimkehr des Werks sei er dankbar.

Kurator Timo Trümper verwies darauf, dass die niederländische Kunst in der Gothaer Sammlung schon früh eine zentrale Rolle eingenommen habe. Hier sei eine der ersten Rembrandt-Sammlungen aufgebaut worden, nachdem bereits im 17. Jahrhundert zahlreiche Radierungen des Künstlers erworben wurden. Dieser Bestand sei im 18. Jahrhundert gezielt erweitert worden. Auch dies zeige die Schau, die bereits zuvor in Kassel zu sehen gewesen war.

Das Jahr 1632 markiert den Beginn von Rembrandts Erfolgs

Trümper verwies auf die Bedeutung des Jahres 1632 für Rembrandt. In diesem Jahr sei der Maler nach Amsterdam übersiedelt und habe sich dort als Künstler etabliert. Der Umzug markiere den Beginn seines überregionalen Erfolgs. Die Ausstellung führe mitten hinein in die Welt eines Künstlers, der mit Licht, Ausdruck und einer unverwechselbaren Handschrift die Kunstgeschichte geprägt habe. Sie erzähle von einem jungen Maler, seiner Werkstatt, seinem Umfeld und von dem Moment, in dem aus einem Namen eine Marke wurde, sagte Trümper.

Im Jahr 1632 entstanden demnach 32 Werke und damit so viele wie in keinem anderen Jahr. Zugleich hatte er seine Werke in jenem Jahr erstmals mit seinem Vornamen signiert. Damit war die Marke „Rembrandt“ geboren.

Entsprechend zeigt die bis 6. Dezember zu sehende Ausstellung Originale, Varianten, Werkstattarbeiten und Kopien im direkten Vergleich. Sie mache stilistische Entwicklungen und Produktionsweisen sichtbar. Die erstmals in einer Ausstellung gemeinsam präsentierten Werke erlaubten einen Blick in die Arbeitsprozesse in der Künstlerwerkstatt dieses für Rembrandt so wichtigen Jahres. Auch der Vergleich zeitgleich entstandener Werke von Malerkollegen veranschaulichten die Konkurrenz auf dem hart umkämpften Amsterdamer Kunstmarkt jener Zeit und der Innovationskraft Rembrandts.

Von Matthias Thüsing (epd)