Das Berliner Bode-Museum soll laut Direktorin Antje Scherner künftig noch leichter für das Publikum erfahrbar gemacht werden. Sie wolle die Dauerausstellung überarbeiten und plane eine weitere Verschränkung der verschiedenen Sammlungsbereiche, sagte die seit zwei Jahren amtierende Direktorin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Bode-Museum war vor 20 Jahren, am 17. Oktober 2006, nach knapp sechsjähriger Generalsanierung wiedereröffnet worden.
Die Zusammenführung von mehreren Kunstrichtungen mache das Museum auch heutzutage besonders, sagte Scherner. In dem Prunkbau an der Nordspitze der Museumsinsel werden Skulpturen, Gemälde, Kunsthandwerk und Münzen gezeigt. Dass die Exponate nicht in einer „White Cube“-Situation, in nüchtern gehaltenen Räumen mit weißem Hintergrund gezeigt werden, sei im Sinne des Namensgebers, des Kunsthistorikers Wilhelm von Bode (1845-1929). Es entspricht Scherner zufolge dem Ursprungskonzept des 1904 eröffneten Museums. Räume und Exponate sollen so zusammenpassen und sich gegenseitig erklären. „Das erleichtert aus meiner Sicht den Kunstgenuss erheblich“, sagte Scherner. Das Publikum solle beispielsweise das Gefühl haben: „Ah, hier bin ich in Italien.“ Oder: „Jetzt befinde ich mich in einem kirchlichen Kontext.“
KI-Tools und neue Bauarbeiten
Künftig könnten auch KI-Tools im musealen Kontext eingesetzt werden. Die Direktorin nannte als Beispiel, dass bei der Nutzung von Audioguides mit dem eigenen Handy Künstliche Intelligenz erkenne, welche Sprache dort eingestellt sei und Inhalte in dieser Sprache ausspielen.
Zudem könnten in den kommenden Jahren neue Reparaturen anstehen. Bei der Generalsanierung vor 20 Jahren seien noch Neonröhren verbaut worden, erklärte Scherner. Diese seien heute aus energetischen Gründen nicht mehr üblich und sollten durch LED-Leuchten ausgetauscht werden. „Da ist eine Generalüberholung notwendig“, sagte Scherner. Wann diese genau ausgeführt werden soll und wie lange sie dauert, ist aber noch unklar.