Der Berliner Finanzsenator Stefan Evers (CDU) übernimmt zusätzlich die Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dankte dem 45-Jährigen am Mittwoch für dessen Bereitschaft, die zusätzliche Aufgabe bis zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September zu übernehmen.
Evers folgt auf Sarah Wedl-Wilson (parteilos), die am Freitag wegen der sogenannten Fördergeld-Affäre zurückgetreten war. Wegner betonte, Evers habe bereits den Hauptstadtfinanzierungsvertrag, bei dem es auch um die Finanzierung der Hauptstadtkultur gehe, verhandelt. Als Staatssekretäre unterstützen ihn Cerstin Richter-Kotowski (CDU) für den Bereich Kultur und Alexander Straßmeir (CDU) für den Bereich Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Straßmeir war erst wenige Tage vor dem Rücktritt Wedl-Wilsons ernannt worden.
Rechtswidrige Fördermittelvergabe
Wedl-Wilson war zurückgetreten, nachdem der Landesrechnungshof in einem vergangene Woche veröffentlichten Prüfbericht die Vergabe der Fördergelder für Projekte gegen Antisemitismus in mehreren Fällen als „evident rechtswidrig“ bezeichnet hatte. Geprüft wurden Zuwendungsbescheide in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro.
Die 55-Jährige war seit Mai vergangenen Jahres im Amt. Sie folgte auf Joe Chialo (CDU), der von April 2023 bis Mai 2025 Kultursenator im schwarz-roten Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war. Wedl-Wilson war unter Chialo Kulturstaatssekretärin. Zuvor war sie Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.