Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) hat zum 100. Jubiläum des Bauhauses in Dessau den Einfluss der Hochschule für Gestaltung auf Architektur, Design und Wirtschaft gewürdigt. Bei einem Festakt am Donnerstag in Dessau-Roßlau bezeichnete Robra das Bauhaus als einzigartigen kulturellen Leuchtturm in Sachsen-Anhalt und Ikone der Moderne. Noch immer prägten die Ideen der Bauhausschule zudem wirtschaftliche Entwicklungen. Und nicht zuletzt strahle es als Unesco-Welterbe „weit über Deutschland und Europa hinaus“, sagte der Minister.
Ab 1926 habe das Bauhaus in Dessau eine neue Wirkungsstätte gefunden, nachdem es Weimar verlassen musste. Robra erinnerte an den „authentischen und überzeugenden Neuanfang“. Der Umgang mit diesem Erbe sei bis heute prägend für die Bauhausschule geblieben.
Kunst und Kultur sollen frei von politischen Einflüssen sein
Doch auch in der Gegenwart sei die Offenheit für neue Ideen gefährdet. Robra dankte deshalb der Kulturministerkonferenz, die am Donnerstag eine „Dessauer Erklärung“ zur freiheitlichen Kunst- und Kulturentwicklung in Deutschland verabschiedet hatte. „Kunst und Kultur müssen sich frei von politischer Einflussnahme und ohne Angst vor Sanktionen oder Zensur entfalten können“, sagte der Kulturminister. Zudem rief am Donnerstag ein Bündnis von Kulturinstitutionen und Kirchen mit einem „Bauhaus-Manifest“ zur Verteidigung der fortschrittlichen Ideen gegen populistische Angriffe auf.
In den vergangenen Monaten hatte die AfD Sachsen-Anhalt das Bauhaus unter anderem als „Irrweg der Moderne“ bezeichnet und im Falle einer Regierungsübernahme die Kürzung von Fördermitteln angedroht.