Den Barockmusiker Georg Friedrich Händel (1685-1759) gibt es nun als Playmobil-Figur zum Spielen und Sammeln. Am Dienstag präsentierten die Stiftung Händel-Haus und das Stadtmarketing Halle (Saale) die 7,5 Zentimeter große Sonderfigur im Händelhaus der Öffentlichkeit. Damit können Musikliebhaber und Gäste der nächste Woche beginnenden Händel-Festspiele den in Halle geborenen Komponisten als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen.
Die Miniatur wurde in limitierter Auflage von 25.000 Stück hergestellt und zeigt Händel als sympathischen Botschafter seiner Heimatstadt originalgetreu im barocken Kostüm: mit Perücke, Dreispitz und Gehrock mit Goldverzierungen. Dazu kommen eine Schreibfeder und eine signierte Partitur-Urkunde in jeder Hand. Der Musiker steht auf einem weißen Podest mit den eingravierten goldenen Lettern „HAENDEL“ - inspiriert vom Händel-Denkmal auf dem halleschen Marktplatz.
Händel-Figur soll Werbung für Musiktradition machen
„Mit dem Playmobil-Händel haben wir ein charmantes Mannsbild geschaffen, das unser Festival-Motto greifbar macht - für Kinder, Familien und Sammler gleichermaßen“, sagte Direktor der Stiftung Händel-Haus und Intendant der Händel-Festspiele, Florian Amort. Statt der traditionellen Blumensträuße will die Stiftung in diesem Jahr Musikern, Sängern und sonstigen Protagonisten der Festspiele den Mini-Händel als Dankeschön überreichen.
Unter dem Motto „Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher“ bieten die diesjährigen Festspiele vom 5. bis 14. Juni mehr als 80 Veranstaltungen an 27 Spielorten. „Nirgendwo sonst kann man so viele Barockopern erleben, wie in den zehn Tagen der Händel-Festspiele“, sagte Intendant Amort.
Nachdenken über Männlichkeitsbilder
Traditionell findet die Festivaleröffnung auf dem Marktplatz am Händel-Denkmal statt. Neben sieben Opern und drei Marionetten-Opern gehören drei Oratorien und zwölf Konzerte von Händel-Stücken zum abwechslungsreichen Programm. Freuen können sich die Hallenser und ihre Gäste ebenso auf ein opulentes Feuerwerk in der Galgenbergschlucht mit Händels berühmter Feuerwerksmusik sowie den „Messias“ mit dem weltberühmten „Halleluja“-Chor zum Festivalabschluss.
Ab 28. Mai beleuchtet zudem die Sonderausstellung „Mannsbilder: too hot to Händel?“ Fragen nach Macht, Rollenbildern und Identität. Die Schau verbindet historische Motive der Barockzeit mit der aktuellen Debatte von „Me too“ und über Männlichkeitsbilder in der Gegenwart.
Schon in jungen Jahren Opern komponiert
Im Alter von 18 Jahren zog es Händel 1703 aus seiner Geburtsstadt an der Saale nach Hamburg, wo er seine ersten Opern schrieb. Drei Jahre später reiste er nach Italien, wo er bis 1710 in Rom, Florenz, Venedig und Neapel mit seiner Musik Kleriker wie Fürsten gleichermaßen begeisterte und mit Aufträgen überhäuft wurde. In dieser Zeit entstanden auch die Opern „Agrippina“ und „Rinaldo“, die beide zum Opernprogramm der diesjährigen Festspiele gehören.
Nach einem Intermezzo in Hannover als Kapellmeister des Kurfürsten Georg Ludwig, des späteren Königs George I. von England, zog Händel ab 1712 nach London. Weltberühmt wurde er für seinen „Messias“ sowie seine Feuerwerks- und Wassermusik.