Ausstellung zur Geschichte der Bachfestivals
Eisenach (epd).

Mit einer Ausstellung im Bachhaus Eisenach wird ab dem 4. Juni die Geschichte der weltweiten Bachfeste beleuchtet. Unter dem Titel „Phänomen Bachfest“ zeige die Schau die Entwicklung einer Bewegung, die nach dem ersten Berliner Bachfest 1901 rasch internationale Verbreitung gefunden habe und heute Bachfeste auf allen Kontinenten umfasse, sagte Direktor Jörg Hansen dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch.

Ausgangspunkt war laut Hansen die Neue Bachgesellschaft (NBG), die ab 1900 die Idee von Bachfesten verbreitete. Zunächst seien einzelne Veranstaltungen in deutschen Städten wie Essen (1907) und Dortmund (1908) entstanden, später folgten regelmäßige Festivals, etwa in Leipzig, das seit 1999 jährlich ein Bachfest ausrichtet. Auch international habe sich die Idee entwickelt. Zu den ältesten regelmäßigen Bachfesten zählt seit 1912 das Event in Bethlehem im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Aktuell gibt es 83 regelmäßige Bachfeste

Das Bachfest sei in vielen Sprachen ein Begriff geworden wie Kindergarten oder Oktoberfest, sagte Hansen. Die Ausstellung präsentiert nicht nur die Geschichte der rund 100 Bachfeste der NBG, sondern auch weitere Formate weltweit. Insgesamt seien 83 regelmäßige Bachfeste identifiziert worden. Die Ausstellung zeigt neben Fotos, Tonaufnahmen und historischen Dokumenten Plakate von 58 dieser Veranstaltungsreihen.

Die Schau thematisiert zudem die wechselvolle Geschichte der Bach-Rezeption im 20. Jahrhundert. So wurde Bachs Musik im NS-Staat ideologisch vereinnahmt, in der DDR in die staatliche Kulturpolitik eingebunden und in der Bundesrepublik für touristische Zwecke genutzt.