Wettbewerb für neue Großröhrsdorfer Stadtkirche entschieden
Großröhrsdorf (epd).

Das Dresdner Büro Code Unique hat den Architekturwettbewerb für die neue Stadtkirche im sächsischen Großröhrsdorf gewonnen. Der Entwurf soll nun umgesetzt werden. Baubeginn für die neue Kirche soll Ende 2027 sein, sagte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Jens Großmann, am Donnerstag in Großröhrsdorf.

Die Eröffnung ist idealerweise für 2030 vorgesehen. Dies sei jedoch „eine optimistische Zeitschiene“, hieß es. Zu den Kosten wollte die Kirchgemeinde keine Angaben machen. Auch wie hoch die Summe aus Versicherungsleistungen sein wird, könne nicht gesagt werden. Die Entscheidung im Architekturwettbewerb hatte ein Preisgericht getroffen.

Turm wird wieder aufgebaut

Die barocke Großröhrsdorfer Stadtkirche im Landkreis Bautzen war im August 2023 nach Brandstiftung nahezu komplett zerstört worden, die Ruine war gesichert worden. Der Brandstifter wurde zu einer neunjährigen Freiheitsstrafe rechtskräftig verurteilt

Der Architekt und Geschäftsführer von Code Unique, Volker Giezek, sagte, bei dem jetzigen Entwurf fülr einen Neubau stehe ein multifunktionaler Ansatz im Mittelpunkt. Der Kirchraum werde geteilt, sei aber auch im Ganzen zu erleben. Angesichts kleiner werdender Gemeinden brauche es flexible Räume. Der Entwurf folgt der historischen barocken Gestalt der Kirche. Auch der Turm soll wieder aufgebaut werden.

Der Sakralraum werde mit etwa 70 Plätzen kleiner als bisher, eine Trennwand teilt den Raum. Insgesamt können aber mehr als 300 Menschen Platz finden. In dem Entwurf ist zudem ein großzügiger Gemeinschaftsbereich mit Café und Garten vorgesehen. An dem Wettbewerb hatten 14 Architekturbüros teilgenommen.

Erinnerung an Stadtgeschichte

Für den Siegerentwurf spreche, dass er die Geschichte der Stadtkirche respektiere, sagte Großmann. Viele Menschen in der Region hätten den Wunsch geäußert, dass der neue Sakralbau die äußere Gestalt der früheren Kirche aufnimmt. Aber das Gebäude solle auch neue Perspektiven eröffnen. Die barocke Großröhrsdorfer Kirche war ein Wahrzeichen der Region.

Nach dem Wettbewerb beginne nun die Planungs- und Genehmigungsphase, hieß es. Zur sakralen Innenausstattung und zur Orgel werde aber noch zu beraten sein. Denkbar sei zudem, dass die Kirchgemeinde perspektivisch das Café für die Stadtgesellschaft öffne.

Ausstellung mit Entwürfen

Kirchenvorstandsmitglied Josias Kaiser sagte: „Der praktische Nutzen und die geistige Dimension der neuen Kirche sind der Gemeinde wichtig.“ Der geplante helle, freundliche und einladende Versammlungsraum sei sehr ansprechend. Er ermögliche auch einen Blick auf die historischen Mauern. Das Gebäude knüpfe überzeugend an die Geschichte der Vorgängerkirche an.

Für eine neue Kirche wurden bisher mehr als 552.000 Euro gespendet. Die Entwürfe des Architekturwettbewerbes sind vom 16. bis 21. März in der Festhalle Großröhrsdorf zu sehen.

Von Katharina Rögner (epd)