Stäblein: Menschenwürde Geflüchteter achten
Berlin (epd).

Der Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Stäblein, hat nach den am Freitag vom Bundestag beschlossenen Regeln zur Umsetzung der EU-Asylreform angemahnt, die Menschenwürde Schutzsuchender nicht aus dem Blick zu verlieren. In den geplanten „Sekundärmigrationszentren“ für Asylsuchende, die schon in einem anderen EU-Land registriert wurden, werde die Bewegungsfreiheit der Menschen erheblich eingeschränkt, warnte Stäblein am Samstag im RBB-Inforadio. Dies solle nicht nur für Erwachsene gelten, „sondern so wie es aussieht auch für Familien und Kinder“.

Stäblein, der auch Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist, sagte weiter: „Gucken wir, dass wir die Rechte der Schutzsuchenden wahren. Dann finden wir auch eine gemeinsame Lösung, die Europa an der Stelle dringend braucht.“ Dabei müssten immer die Menschenrechte und die Menschenwürde im Blick behalten werden.

„Am Ende wollen wir doch eine Gesellschaft sein, die diese Werte der Würde lebt“, betonte Stäblein: „Und wenn ich die Menschen sehe, die hier Schutz suchen, gerade auch die Kinder, dann denke ich, das Beste für die Kinder ist gute Integration, gute Bildung, gute Schule und dann ein gutes Leben, das wir miteinander finden müssen.“

Bundestag verabschiedet Asyl-Reform

Der Bundestag hatte am Freitag Änderungen im Asylrecht beschlossen, bei denen es vor allem um den Umgang mit neu ankommenden Schutzsuchenden geht. Umgesetzt wird damit das Gemeinsame Europäische Asylsystem (Geas), das EU-Staaten verpflichtet, Asylverfahren an EU-Außengrenzen zu etablieren.