Die St. Matthäus-Kirche am Berliner Kulturforum feiert am Sonntag ihr 180-jähriges Jubiläum. Der Sakralbau zwischen Neuer Nationalgalerie und dem künftigen Museum „berlin modern“ war nach Entwürfen des Baumeisters Friedrich August Stüler (1800-1865) im Stil der oberitalienischen Romanik in nur drei Jahren errichtet und am 17. Mai 1846 eingeweiht worden. Heute versteht sich die nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaute Kirche als ein Ort, an dem sich kirchliches Leben und zeitgenössische Kunst begegnen. Hausherrin ist die kirchliche Kulturstiftung St. Matthäus.
Das Festprogramm am Sonntag will nach Angaben der Stiftung „eine Brücke von der Geschichte der Kirche bis zu ihrer heutigen Bedeutung als geistlicher und kultureller Ort“ schlagen. Geplant sind ein Vortrag über die Geschichte des Tiergartenviertels (15 Uhr), ein Empfang in der Baumschule am Kulturforum (16.30 Uhr) und ein Festgottesdienst mit der Berliner Generalsuperintendentin Julia Helmke, die auch die Predigt halten wird (18 Uhr). In der Kirche ist zudem die Rauminstallation „Als ich dachte es sei Luft“ der Künstlerin Nadine Schemmann zu besichtigen.
Kirche stand 1846 vor den Toren der Stadt
Zu ihrer Einweihung vor 180 Jahren stand die St. Matthäus-Kirche noch vor den Toren Berlins. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das Areal dann zu einem bedeutenden Viertel mit kultureller Strahlkraft. 1931 wurde der evangelische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer in der Kirche ordiniert. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Sakralbau von 1956 bis 1960 wieder aufgebaut. Der Innenraum erhielt eine moderne, schlichte Gestaltung.