Mitteldeutsche Kirche erarbeitet Klimaschutzkonzept
Magdeburg (epd).

Bis zum Jahr 2035 möchte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ihre Treibhausgasemissionen um 90 Prozent reduzieren. Um die genauen Verbräuche in allen Kirchengemeinden und kirchlichen Verwaltungen zu erfassen, soll bis zum Herbst eine CO2-Bilanz erstellt werden, sagte Klimamanagerin Anja Lindholm-Eriksen dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg.

Zunächst wurden alle 3.112 Kirchengemeinden und 29 Kirchenkreise angeschrieben, um sämtliche Kirchen, Gemeindehäuser und weiteren kirchlichen Immobilien mit deren Verbräuchen zu erfassen. „Die Gebäude sind der größte Hebel für Einsparpotenziale“, sagte sie mit Blick auf allein 3.900 Kirchen und Kapellen der EKM in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

CO2-Bilanz der EKM wird auf der Herbstsynode vorgestellt

Von den Gemeinden wurden zudem die Angaben zur Mobilität der Mitarbeiter sowie zur Beschaffung von Waren erfragt. Während die Gebäude- und Mobilitätsdaten nun vorliegen, werde die Befragung zur Beschaffung in den nächsten Wochen abgeschlossen. Danach solle alles ausgewertet und für die gesamte mitteldeutsche Kirche zusammengefasst werden.

Die so erstellte Treibhausgasbilanz wird auf der Herbstsynode der EKM vorgestellt. Denn spätestens bis zum Jahr 2045 möchte die mitteldeutsche Kirche ihren CO2-Ausstoß auf null senken. Somit müsste die Energieversorgung komplett aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden. Dies entspräche dem biblischen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung und zum ressourcenschonenden Umgang mit der Natur, sagte Lindholm-Eriksen.

Ideen zur Umsetzung sollen mit Gemeinden erarbeitet werden

Doch zum integrierten Klimaschutzkonzept gehört zusätzlich die Vorstellung möglicher Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase. Das möchten die Klimaschutzmanager nicht einfach vorgeben, sondern gemeinsam mit den Gemeinden erarbeiten. Das sei zwar etwas langwieriger, dafür aber besser umzusetzen.

Deshalb finden in der zweiten Augusthälfte Online-Workshops für Kirchengemeinden und Kirchenkreise statt, bei denen Ideen für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet werden. „Wir wollen von der Intelligenz der Menschen in der EKM profitieren und auch Ehrenamtliche beteiligen“ sagte Lindholm-Eriksen. Deren Ansätze werden in das Konzept einfließen, welches zudem mögliche Einsparpotenziale aufzeigt. Dazu könnte der Einsatz moderner Gebäudedämmungen oder die Nutzung von Sonnenwärme oder der Einsatz von Wärmepumpen zur klimafreundlichen Energieversorgung gehören, hieß es.

epd-Gespräch: Thomas Nawrath