Kirchen wollen gemeinsam Hoffnungszeichen setzen
Magdeburg (epd).

Mit Blick auf die Landtagswahl im September in Sachsen-Anhalt haben die Kirchen im Land angekündigt, sich in die öffentliche Debatte einzubringen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, sagte am Donnerstagabend in Magdeburg, man wolle „unverzagt das Gespräch suchen“ und zeigen, dass auch die Kirchen „eine politische Meinung haben“. Diese könne bisweilen von der Meinung politischer Parteien abweichen, sagte Kramer beim Ökumenischen Neujahrsgespräch.

Der Bischof des katholischen Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, ergänzte: „Das Evangelium ist nicht unpolitisch.“ Die Kirche werde sich nicht in den privaten Bereich abdrängen lassen. Gerade bei grundlegenden Fragen wie der Würde des Menschen, Toleranz, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit würden die Kirchen in Sachsen-Anhalt klar Position beziehen. Beide Bischöfe warben dafür, dass Kirchen in der Gesellschaft zu „Brückenbauern“ werden könnten. Niemand sollte wegen seiner Ansichten verteufelt werden.

Unverzagt und unerschrocken

Feige sprach sich dafür aus, trotz mancher Herausforderungen „hoffnungsvoll und unverzagt, mutig und unerschrocken“ ins neue Jahr zu blicken. Er warb dafür, sich zu vergewissern, welche Krisen und Umbrüche auch frühere Generationen gemeistert hätten. Dieses Erinnern solle Mut machen. Es gelte, „auch in stürmischen Zeiten“ mit Vertrauen an die Aufgaben zu gehen und „den Blick auf die Menschen“ zu richten, ergänzte Bischof Kramer. Es gelte Hoffnungszeichen zu setzen.