Fast alle Kirchen in Sachsen-Anhalt ohne Eintritt
Magdeburg (epd).

Trotz steigender Kosten für den Unterhalt von historischen Gotteshäusern planen die Kirchen in Sachsen-Anhalt keine Einführung von Eintrittsgeldern. „In erster Linie sind unsere Kirchen Orte der Stille, der inneren Einkehr, des Gebets und Gottesdienstes“, sagte der Sprecher der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedemann Kahl, in Magdeburg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies solle auch so bleiben, weshalb keine Eintrittsgelder geplant seien. Auch im katholischen Bistum Magdeburg und in der Evangelischen Landeskirche Anhalts muss für den Kirchenbesuch nichts bezahlt werden, hieß es. In Sachsen-Anhalt verfügen die verschiedenen Kirchen zusammen über mehr als 2.000 sakrale Gebäude.

Die Diskussion war aufgekommen, nachdem das Domkapitel in Köln angekündigt hat, von touristischen Besuchern des Kölner Doms ab dem zweiten Halbjahr 2026 ein Eintrittsgeld erheben zu wollen. Damit soll der aufwendige Unterhalt der Kathedrale dauerhaft ermöglicht werden.

Sonderfall: Museale Sammlung

Neben der gottesdienstlichen Nutzung sind zahlreiche Kirchen in Sachsen-Anhalt auch „geschichtlich und kunsthistorisch sehr bedeutsame Orte“, wie Kahl betonte. Dadurch entstünden Zusatzausgaben für den Erhalt der historischen Gebäude und Kunstwerke sowie für Sicherheits- und Klimatechnik.

Deshalb gebe es einige Sonderfälle in Sachsen-Anhalt, bei denen ein Eintrittsgeld erhoben wird. Dazu zählen Stiftskirche und Domschatz Quedlinburg, die Stadtkirche Wittenberg mit ihren zahlreichen Cranach-Gemälden, Museum und Kloster Jerichow sowie die Dome von Naumburg und Merseburg mit ihren musealen Sammlungen.