Unternehmen weist Kritik an Umspannwerk-Plänen zurück
Dresden (epd).

Der Energieversorger Sachsen Energie hat Kritik am möglichen Bau eines neuen Umspannwerkes durch sein Tochterunternehmen Sachsen Netze in der Nähe des NS-Gedenkortes „Judenlager Hellerberg“ zurückgewiesen. Warum die mögliche Errichtung eines Umspannwerks einen Gedenkort behindern solle, sei unverständlich, erklärte ein Sprecher von Sachsen Energie am Donnerstag gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Bürgerinitiative „Nordpark“ hatte am Dienstag in einem offenen Brief erklärt, dass sie sich um einen möglichen Verkauf eines Nachbargrundstücks sorgten. Dies wirke der weiteren Entwicklung einer geplanten Gedenkstätte Hellerberg entgegen. Den offenen Brief habe Sachsen Energie nicht erhalten, sagte der Unternehmenssprecher. Weiter kritisierte er, dass die Pläne für ein Umspannwerk fälschlicherweise Sachsen Energie zugeschrieben wurden, anstatt dem Tochterunternehmen Sachsen Netze.

Aufgrund steigenden Strombedarfs in Dresden müssten mehrere neue Umspannwerke gebaut werden, sagte der Sprecher: „Eine mittelbare oder unmittelbare Nachbarschaft zu Gedenkorten lässt sich in einer über 800 Jahre alten Stadt wie Dresden nicht vermeiden.“

Kauf des Grundstücks bislang nur Option

Der Verteilnetzbetreiber Sachsen Netze sucht den Angaben zufolge im Dresdner Norden ein Grundstück für ein weiteres Umspannwerk, mehrere Grundstücke stünden zur Auswahl. Sachsen Netze habe demzufolge eine Grundstückskaufanfrage an die Stadt Dresden gestellt. Mit einem durch den Stadtrat beschlossenen Verkauf sei „nicht zwingend ein Kauf verbunden, lediglich die Optionen eines solchen Kaufs werden konkretisiert“, erklärte der Sprecher.