Die Stadt Leipzig hält Fördergelder für den Trägerverein des „Museums in der Runden Ecke“ zurück. Grund dafür ist laut einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag) eine fehlende zeitgemäße Weiterentwicklung der Gedenkstätte. Trotz zahlreicher Ermahnungen habe der Trägerverein Bürgerkomitee Leipzig die nötigen Bedingungen nicht erfüllt, hieß es.
Dem Bericht zufolge sind Geldgeber seit Jahren unzufrieden mit der Präsentation in der „Runden Ecke“. Die Stadt Leipzig hatte 2020 ihre Förderung von 150.000 Euro auf 100.000 und zuletzt auf 50.000 Euro heruntergefahren. Zuletzt unterstützte die Kommune die Gedenkstätte 2025 laut deren Trägerverein mit 10.000 Euro. Von Bund und Land gebe es aktuell noch keine Zuwendungsbescheide.
„Extrem zugespitzte Diskussion“
Laut dem Gedenkstättenleiter Tobias Hollitzer betrug die Förderung von Bund und Land im vergangenen Jahr 153.000 Euro beziehungsweise 70.000 Euro. Die Lücke, die nun wegen der fehlenden kommunalen Förderung entstanden sei, wolle der Verein möglichst mit Spenden schließen. Hollitzer bedauerte im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) die in den vergangenen Jahren „extrem zugespitzte Diskussion“.
Die „Runde Ecke“ dokumentiert seit 1990 in den originalen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in Leipzig die Arbeit der Stasi. Das Museum hat laut dem Leiter jährlich rund 68.000 Gäste.
Grundsätzlich verweigere sich der Verein einer Modernisierung nicht, sagte Hollitzer. Allerdings müsse die historische Ausstellung im Kern erhalten bleiben. Diesen Wunsch äußerten ihm zufolge auch zahlreiche junge Gäste.