Sachsen-Anhalt-Wahlkampf: 46 Übergriffe gegen Journalisten
Leipzig (epd).

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) innerhalb der Gewerkschaft ver.di hat im Sachsen-Anhalt-Wahlkampf Angriffe auf Medienschaffende in einem „bislang beispiellosen Ausmaß“ dokumentiert. Seit Mai 2026 wurden demnach 46 Fälle von Übergriffen, Einschüchterungen und massiven Behinderungen gezählt, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Leipzig mit. Darunter hätten sich auch sieben physische Übergriffe, Gewalttaten und Androhungen befunden.

Ihren „vorläufigen Höhepunkt“ habe die „systematische Medienfeindlichkeit“ am Wahlwochenende und auf der AfD-Wahlparty in Magdeburg gefunden, hieß es weiter. Zahlreichen internationalen Medien wurde laut ver.di durch die AfD die Akkreditierung zur Wahlparty verweigert.

Schutz von Pressebereichen gefordert

Die Gewerkschaft beklagte, dass die Polizei Medienschaffende auf dieser Wahlparty nicht ausreichend vor Einschüchterungsversuchen geschützt habe. Der stellvertretende ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiter Lucas Munzke erklärte, in Sachsen-Anhalt sei der „systematische Versuch, kritische Öffentlichkeit zu verdrängen“ beobachtet worden.

Die Gewerkschaft forderte als Folge der Übergriffe unter anderem einen konsequenten Schutz von Pressebereichen. Zudem verlangte sie eine Ahndung der Taten durch die Strafverfolgungsbehörden „mit hoher Priorität“.