Preis für Archiv Bürgerbewegung in Leipzig
Berlin, Leipzig (epd).

Das „Archiv Bürgerbewegung Leipzig“ erhält den mit 20.000 Euro dotierten Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026 der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Jury würdige damit die „seit 35 Jahren geleistete Arbeit zur Sicherung, Erschließung und Vermittlung von Zeugnissen der Opposition und des Widerstands in der DDR“, teilte die Bundesstiftung am Montag in Berlin mit. Verliehen wird der Preis am 11. Juni in Berlin. Die Laudatio soll der DDR-Bürgerrechtler, Theologe und Politiker Frank Richter halten.

Ein mit 5.000 Euro dotierter Sonderpreis geht an den Publizisten und Kulturmanager Basil Kerski. Dieser sei seit vielen Jahrzehnten Brückenbauer zwischen den deutschen, polnischen und europäischen Erinnerungskulturen. Die Jury würdige damit Kerskis Beitrag zu einer offenen Auseinandersetzung mit Diktaturerfahrungen, Freiheitsbewegungen und demokratischem Wandel in Europa.

Nachwuchspreis für den Blog „Eastplaining“

Den Nachwuchspreis und 3.000 Euro gehen an das Online-Projekt „Eastplaining. Der Ostblog“ von Hanna Müller und Weronika Vogel aus. Das Projekt greife ostdeutsche Erfahrungen, DDR-Geschichte und Gegenwartsdebatten aus Sicht einer jüngeren Generation auf. Es verbinde historische Aufklärung mit publizistischer Intervention und trage dazu bei, ostdeutsche Themen differenziert und verständlich in gesamtdeutsche Debatten einzubringen.

Der Preis wird seit 2017 von der Bundesstiftung für besonderes Engagement zugunsten von Freiheit, Demokratie und Zivilcourage verliehen. Benannt ist er nach dem Publizisten und Autoren von Büchern zum DDR-Widerstand, Karl Wilhelm Fricke, der auch erster Preisträger war.