Cottbuser Pfarrer: Rechte Angriffe sind Teil unserer Realität
Cottbus (epd).

Der Cottbuser Studierendenpfarrer und Sprecher der Initiative „Sichere Orte“, Lukas Pellio, fordert angesichts zunehmender rechter Bedrohungen in der Lausitz-Stadt mehr Unterstützung von Politik und Polizei. „Wir leisten einen extrem wichtigen Beitrag zum kulturellen Zusammenleben in dieser Stadt und den wollen wir auch wertgeschätzt wissen“, sagte Pellio RBB24 (Montag): „Deswegen müssen die Bedingungen so geschaffen werden, dass wir hierbleiben können, damit sich Menschen weiter ehrenamtlich engagieren können, um diese Stadt schön zu machen.“

 Leider sei es Teil der Realität der engagierten Menschen in Cottbus, dass sie mit rechten Angriffen rechnen müssen, sagte Pellio, der bereits selbst massiv bedroht wurde. Bei Veranstaltungen laufe im Hinterkopf ständig die Gedanken an Sicherheit mit: „Wie kann ich mich schützen, wie ist die Veranstaltung geschützt, wie müssen wir aufeinander aufpassen?“

Auf Bedrohungslage reagieren

Um auf diese Bedrohungslage zu reagieren, hätten sich etwa 15 Einrichtungen in Südbrandenburg zur Initiative „Sichere Orte“ zusammengeschlossen: „Wir organisieren uns so, dass wir standhalten können, dass wir gestärkt werden und wir diesen Angriffen etwas entgegensetzen können. Denn wir wollen unsere Orte erhalten. Sie sind das, was für uns das Leben hier lebenswert macht.“

Die Erfahrung, angefeindet und bedroht zu werden, verändere die Art, wie man in der Stadt unterwegs sei. „Man guckt sich öfter um, man überlegt, welchen Weg gehe ich zu welcher Tageszeit?“, so Pellio: „Diese Gewalt und diesen Sicherheitsaspekt müssen wir irgendwie in unser Leben integrieren.“