Pawlik lobt deutsch-türkisches Anwerbeabkommen als Erfolgsgeschichte
Berlin (epd).

Die Migrations- und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik (SPD), hat das vor 65 Jahren geschlossene Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und der Bundesrepublik als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Die Lebensleistung der Menschen, die aus der Türkei kamen, hätten Deutschland verändert und „zu einem Einwanderungsland gemacht, das heute besser ist als vor 65 Jahren“, sagte Pawlik am Dienstag im RBB-Inforadio.

Mit Blick auf die Integration von Zuwanderern sagte Pawlik, dass heutzutage der Zugang zu Sprach- und Integrationskursen besser sei als etwa in den 1990er Jahren. Es gebe eine etablierte Integrationsinfrastruktur, die es vor vielen Jahren noch nicht gegeben habe. „Wir sind schneller geworden bei der Anerkennung von Abschlüssen, aber nicht schnell genug.“ Zudem gebe es ein breites Angebot an Sprachkursen, auch berufsbegleitende Sprachkurse.

„Herausforderungen sind groß“

Auch in der Bildungspolitik habe sich viel verändert, „aber die Herausforderungen sind trotzdem groß“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Zudem ist Pawlik Beauftragte für Antirassismus. Nach wie vor entscheide in Deutschland die soziale Herkunft über Bildungschancen: „Das dürfen wir nicht einfach akzeptieren, sondern müssen daran arbeiten, unser Bildungssystem noch besser aufzustellen.“ Auch gebe es in vielen Orten inzwischen eine migrationsfeindliche Stimmung.

Zum 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens war am Dienstagnachmittag in Berlin ein Festakt unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geplant.