In Berlin und Brandenburg leben mehrheitlich Frauen (50,9 Prozent in Berlin, 50,8 Prozent in Brandenburg). Trotzdem seien im vergangenen Jahr nahezu doppelt so viele Männer in Sportvereinen organisiert gewesen (465.316) als Frauen (242.982), teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Freitag in Potsdam mit. Anlässlich des Internationalen Frauentages am Sonntag wurde auch auf die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern und die vermehrte sogenannte Carearbeit von Frauen hingewiesen.
Aus der aktuellsten Zeitverwendungserhebung aus dem Jahr 2022 geht demnach hervor, dass Frauen in Berlin über sechs Stunden und in Brandenburg über sieben Stunden mehr wöchentlich unbezahlte Tätigkeiten (Carearbeit) übernehmen. Dazu gehören etwa Einkaufen, Putzen, Gartenarbeit, Tierpflege und Kochen. Wenn Kinder unter 18 Jahren im Haushalt leben, erhöhe sich die tägliche Arbeitslast um mehr als zwei Stunden in beiden Ländern, hieß es.
Weniger Lohn und weniger Stunden
Arbeitsmarktzahlen aus dem vergangenen Jahr machen zudem auf die Lohnlücke oder auch Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männern aufmerksam. So verdienten Frauen in Berlin durchschnittlich 2,87 Euro, also zehn Prozent, weniger als ihre männlichen Kollegen. In Brandenburg lag die Lücke bei vier Prozent, umgerechnet 89 Cent.
Dazu kommt der sogenannte Gender Hours Gap, also die Lücke bei den bezahlten Arbeitsstunden. Frauen in Berlin kommen demnach in Berlin auf rund 135 bezahlte Arbeitsstunden, Männer auf rund 146. In Brandenburg wurden den Frauen im Schnitt 133 Stunden bezahlt, den Männern 153.