Das Kompetenzzentrum „jugendschutz.net“ hat im vergangenen Jahr 15.099 Verstöße gegen den Jugendschutz im Internet festgestellt. Gegenüber dem Vorjahr stelle dies zwar einen leichten Rückgang (2024: 17.630) dar, gegenüber dem Jahr 2023 (7.645) blieben die Zahlen allerdings weiterhin hoch. Von den mehr als 15.000 Fällen machten 93 Prozent die Darstellung sexualisierter Gewalt aus, sagte der Leiter von jugendschutz.net, Stefan Glaser, am Dienstag in Berlin.
In mehr als 6.900 Fällen habe „jugendschutz.net“ Anbieter und Selbstkontrollen auf Verstöße hingewiesen. Insgesamt 5.465 Mal seien Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet worden. 79 Aufsichtsfälle wurden an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz übermittelt. Zum Jahresende seien insgesamt 96 Prozent der Verstöße beseitigt gewesen.
Kritik an Anbietern
Glaser kritisierte die mangelnde Vorsorge der Anbieter. Im Vergleich zum Vorjahr „hat sich nichts verändert“. Er beklagte, dass Vorsorgemaßnahmen nur halbherzig umgesetzt würden und kein Meldesystem angemessen funktioniere. So testete „jugenschutz.net“ die Meldefunktion für Benutzer bei politisch extremen Inhalten. Instagram und TikTok löschten in weniger als 30 Prozent aufgrund von Usermeldungen Inhalte. Bei Discord waren es nur noch fünf Prozent, bei Youtube nur zwei Prozent.
„jugendschutz.net“ wurde 1997 von den Jugendministerien der Länder gegründet und fungiert als gemeinsames Kompetenzzentrum von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden.