Medizin-Nobelpreis geht an Berliner Wissenschaftler
Berlin (epd).

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr unter anderem an den Berliner Forscher Peter Hegemann. Der Biophysiker der Humboldt-Universität zu Berlin erhält die Auszeichnung zusammen mit dem Würzburger Forscher Georg Nagel und Karl Deisseroth von der Stanford University für Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik, wie die Nobelversammlung am Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mitteilte. Zur Begründung hieß es, die Preisträger hätten das Fundament einer neuen Ära in der Neurowissenschaft gelegt.

Mit Optogenetik könne sichtbar gemacht werden, wie Nervenzellen in einem lebenden Gehirn Erinnerungen, Gefühle und Verhalten beeinflussen. Das Preisgeld von rund einer Million Euro teilten sich die drei Forscher.

Neurologische Erkrankungen besser verstehen

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gratulierte Hegemann und bezeichnete dessen Erfolg auch als „Auszeichnung für Wissenschaft und Forschung in Berlin“. Hegemann lehre und forsche seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Humboldt-Universität und bereichere mit seiner Arbeit die Wissenschaftslandschaft der Stadt.

Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) sprach von einer beeindruckenden Leistung, „die unser Verständnis des Gehirns grundlegend verändert hat“. Sie betonte: „Berlin ist stolz auf seinen neuen Nobelpreisträger.“ Auch Leopoldina-Präsidentin Bettina Rockenbach gratulierte Deisseroth und Hegemann, die beide Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften sind. Die Optogenetik trage dazu bei, „neurologische und psychische Erkrankungen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln“.