Berliner Queerbeauftragter: Gefahr für queere Menschen lauert überall
Berlin (epd).

Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano registriert immer mehr Hass und körperliche Übergriffe auf queere Menschen in der Hauptstadt. „Wir haben wirklich ein massives Problem in der Stadt, mit sehr viel Gewalt“, sagte Pantisano am Samstagabend in der RBB-Abendschau. Die Täter seien vielfältig und unterschiedlich: „Es sind Täter jeden Alters, jeder Religion, jeder Herkunft.“ Die Gefahr lauere dabei überall, „in allen Lebensbereichen“. Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 587 Straftaten gegen queere Menschen gezählt.

Natürlich konzentrierten sich auch Probleme in einer Vier-Millionen-Stadt wie Berlin, sagte der SPD-Politiker: „Aber die Stimmung für queere Menschen hat sich in dieser Stadt, in ganz Deutschland und weltweit sehr verschlechtert.“

Größte Zahl an Überfällen in Mitte

Zur Ursache sagte Pantisano, „wir haben es mit politischen Kräften zu tun, die alles, was nicht der angeblichen Norm entspricht, nicht mehr gut finden“. Das sei zu erleben am Parteiprogramm „bestimmter“ Parteien, aber auch in anderen Ländern, wie den USA.

Auf die Frage nach No-go-Areas für queere Menschen in Berlin, sagte Pantisano, das würde von den Menschen individuell entschieden: „Manche gehen nicht nach Neukölln, ich gehe nach Neukölln. Andere trauen sich nicht nach Marzahn.“ Die größte Zahl an Überfällen gebe es aber in Mitte: „Da wo wir am sichtbarsten sind, laufen wir Gefahr, angegriffen zu werden.“

Volkspark Friedrichshain mittlerweile No-go-Area

Große Sorgen mache ihm zudem der Volkspark Friedrichshain, ein traditioneller Treffpunkt von Schwulen im Osten Berlins. Dort gebe es immer öfter Hetzjagden auf Schwule. „Das ist eine No-go-Area“, so Pantisano.