Künstlerische Porträts von Holocaust-Überlebenden stehen vom 26. Juni an im Mittelpunkt einer Ausstellung in der „Blauen Fabrik“ in Dresden. Unter dem Titel „Wir leben!“ sind Aquarelle, Holzschnitte und Zeichnungen der sächsischen Künstlerin Helene Isolde Roßner zu sehen, wie der Verein Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof am Freitag in Dresden mitteilte. Zur Vernissage werde die 90-jährige Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin Renate Aris sprechen.
Roßners Werke entstanden bei persönlichen Begegnungen während zweier Aufenthalte in Israel. Die Porträts seien „keine historischen Illustrationen, sondern künstlerische Annäherungen an individuelle Lebensgeschichten“, hieß es. Sie zeigten „Menschen, deren Biografien von Verfolgung geprägt wurden, und richten zugleich den Blick auf ihre Gegenwart, ihre Würde und ihre Lebensleistung“.
Gedenkort soll entstehen
Der Ausstellungsraum der „Blauen Fabrik“ ist in einem Gebäude des früheren Alten Leipziger Bahnhofs untergebracht. Der Bahnhof in Dresden-Neustadt war Ausgangspunkt von zahlreichen Deportationen jüdischer Menschen. Das Areal soll zu einem würdigen Gedenkort ausgebaut werden. Der Verein setzt sich seit Jahren dafür ein.