"Böse Clowns finde ich besonders verstörend"
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Borwin Bandelow
Angstforscher Borwin Bandelow über Gruseln und Furcht an Halloween
Göttingen (epd).

Zu Halloween ziehen Kinder verkleidet um die Häuser. Plastik-Skelette, Kürbisse und Hexen grüßen aus dem Vorgarten, und schaurige Geschichten haben Hochkonjunktur. Warum Menschen das Gruseln freiwillig suchen und wann aus Spaß echte Furcht werden kann, erläutert der Göttinger Angstforscher und Psychiatrie-Professor Borwin Bandelow.

epd: Herr Bandelow, warum suchen Menschen eigentlich freiwillig den Schauder und Schrecken?

Borwin Bandelow: Wenn wir uns erschrecken, wird zunächst Angst ausgelöst. Stellen wir dann im nächsten Moment fest, dass wir gar nicht in Gefahr sind, schüttet der Körper Endorphine aus, also Wohlfühlhormone. Wir fühlen uns danach besser als vorher. Manchmal sind es gerade ängstliche Menschen, die das Gruseln suchen: Wenn ihre Ängste ins Lustige gezogen werden, können sie lernen, besser damit umzugehen. Das wirkt wie eine Art spielerische Selbsttherapie.

epd: Was braucht es denn, damit dieser Mechanismus anspringt und wohliger Grusel entsteht?

Bandelow: Bestimmte Reize versetzen unser Angstsystem sofort in Alarmbereitschaft: Blut, eine Axt, ein Totenkopf, das entstellte Gesicht eines Zombies oder ein markerschütternder Schrei. Unser Gehirn braucht einen Moment, um diese Eindrücke einzuordnen und zu erkennen, ob tatsächlich Gefahr droht.

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