Alles wird teurer? Nicht mit mir!
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Alles wird teurer? Nicht mit mir!
Zehn Tipps zum Ausgleich steigender Lebenshaltungskosten
Hannover, Oldenburg (epd).

Die Preise für Energie, viele Produkte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs stellen das persönliche Budget vor große Herausforderungen. Mit bewussten Gewohnheiten und kleinen Anpassungen im Alltag lassen sich die eigenen Ausgaben jedoch in vielen Bereichen spürbar verringern. Zehn Tipps zeigen, wo sich im Alltag sparen lässt.

Ein persönliches Haushaltsbuch führen

Klarheit über die eigene finanzielle Lage entsteht durch eine systematische Erfassung aller Einnahmen und Ausgaben, rät die Verbraucherzentrale. Wer feste Kosten von den regelmäßigen Bezügen abzieht, ermittelt das frei verfügbare Budget für veränderliche Posten und kann dieses auf feste Wochenbeträge aufteilen. Das Notieren auch kleinerer Beträge per Heft, digitaler Tabelle oder Smartphone-App hilft nach Angaben der Verbraucherschützer dabei, unbemerkte Ausgabenfresser aufzuspüren.

Die Raumtemperatur beim Heizen senken

Jedes Grad weniger an Raumtemperatur verringert den Verbrauch von Heizenergie um rund sechs Prozent, betont das Umweltbundesamt. Bereits das Herabregeln der Heizkörperthermostate schont die Finanzen spürbar. Ergänzend empfiehlt die Verbraucherzentrale, Heizungsrohre eigenhändig zu dämmen, Heizkörper regelmäßig zu entlüften und Fenster für wenige Minuten stoßzulüften, statt sie dauerhaft gekippt zu halten.

Einen wassersparenden Duschkopf montieren

Der Einbau eines Sparduschkopfs senkt nach Berechnungen des Umweltbundesamts die Warmwasserkosten um 100 bis 200 Euro pro Person und Jahr. Entsprechende Vorrichtungen begrenzen den Durchfluss auf etwa sechs bis neun Liter pro Minute, während herkömmliche Modelle zwölf bis 15 Liter verbrauchen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Montage auch in Mietwohnungen unkompliziert ist, rät bei hydraulischen Durchlauferhitzern jedoch zur vorherigen Prüfung der Kompatibilität.

Einkäufe mit Plan vorbereiten

Spontane Fehlkäufe lassen sich durch eine vorausschauende Einkaufsliste und einen festen Wochenspeiseplan vermeiden, empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung. Wer zudem auf Grundpreise je Kilogramm oder Liter achtet, entlarvt teure Großpackungen und Mogelpackungen im Supermarkt, rät die Verbraucherzentrale. Zudem lohne sich der Griff zu günstigeren Handels- und Eigenmarken, die in den unteren Regalfächern platziert sind.

Auch nicht taufrische Lebensmittel verwerten

Rund 60 Prozent aller Lebensmittelabfälle in Deutschland entstehen nach Angaben des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) in Oldenburg in privaten Haushalten. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum, sondern garantiert lediglich spezifische Produkteigenschaften, betonen die Ernährungsexperten. Die meisten Waren sind auch danach verzehrfähig. Ein sensorischer Test - riechen und schmecken - verrät in den meisten Fällen, ob ein abgelaufenes Lebensmittel noch genießbar ist. Auch was nicht mehr taufrisch ist, kann noch verwertet werden. So eignet sich welkes Gemüse für Suppen oder Aufläufe, trockenes Brot lässt sich weiterverarbeiten oder portionsweise einfrieren, rät das Zentrum.

Leitungswasser als Durstlöscher wählen

Der Verzicht auf abgepacktes Flaschenwasser entlastet das Budget unmittelbar. Die Verbraucherzentrale hebt hervor, dass mitgebrachte Mehrweg-Trinkflaschen unterwegs teure Spontankäufe an Kiosken oder Tankstellen überflüssig machen. Für geschmackliche Abwechslung sorgen laut Verbraucherzentrale Kräuter wie Minze oder frische Zitrus-Scheiben im Glas.

Vorausschauend und gleichmäßig Auto fahren

Ein vorausschauender Fahrstil mit zügigem Hochschalten, gleichbleibendem Tempo und dosiertem Bremsen verringert den Treibstoffverbrauch spürbar, erklärt die Verbraucherzentrale. Unnötiger Ballast im Kofferraum und montierte Dachaufbauten sollten entfernt sowie der Reifendruck optimal eingestellt werden. Das Umweltbundesamt beziffert die mögliche Ersparnis durch eine defensive Fahrweise auf mehrere hundert Euro an Tankkosten im Jahr.

Kurze Wege mit Fahrrad zurücklegen

Wer kurze Besorgungen mit dem Fahrrad oder zu Fuß statt mit dem Auto erledigt, spart bares Geld und vermeidet spritintensive Kurzstreckenfahrten, betont das Umweltbundesamt. Nach Berechnungen der Behörde lassen sich allein durch die Erledigung regelmäßiger Einkäufe per Rad jährlich rund 100 Euro einsparen. Für größere Transporte eignen sich laut Umweltbundesamt Packtaschen oder kleine Lastenanhänger.

Bestehende Verträge regelmäßig prüfen

Wiederkehrende Ausgaben für Abonnements und Versicherungen sollten regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden, rät die Verbraucherzentrale. Oft summieren sich ungenutzte Mitgliedschaften bei Streaming-Diensten oder Fitnessstudios unbemerkt zu beträchtlichen Beträgen; viele dieser Verträge lassen sich flexibel per E-Mail kündigen. Bei Sach- und Haftpflichtpolicen verhindert ein Bestandscheck teure Doppelversicherungen, während Autobesitzer ihre Kfz-Versicherung prüfen sollten: Reguläre Kündigungen müssen dafür bis zum Stichtag am 30. November beim Versicherer vorliegen.

Achtsamer mit Kleidung umgehen

Kleidung möglichst lange zu nutzen, sorgfältig zu pflegen und bei kleineren Schäden zu reparieren, entlastet die Haushaltskasse spürbar, unterstreicht die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Wer auf kurzlebige Modetrends verzichtet und stattdessen langlebige Textilien wählt, spart über die Jahre beträchtliche Summen ein. Zudem bieten Secondhand-Käufe oder das Tauschen im Bekanntenkreis kostengünstige Alternativen zum Neukauf.

Von Daniel Behrendt (epd)