Neues 360-Grad-Panorama zur Antarktis in Leipzig
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Ausstellung "Antarktis" von Yadegar Asisi im Panometer Leipzig
Leipzig (epd).

Der Künstler Yadegar Asisi gewährt mit seinem neuen 360-Grad-Panorama Einblick in die eisige Welt des Südpols. Sein Werk „Antarktis“ ist seit dem 24. Januar als Weltpremiere im Leipziger Panometer zu sehen. Daneben zeigt er in der dazugehörenden Ausstellung auch den Weg seiner Expedition dorthin und wirft die Frage auf, wem die Antarktis gehört.

Das Panorama spielt mit der Wasserlinie: Darüber schwimmen Eisberge und Eisschollen, auf denen Pinguine, Vögel und Robben leben. Auch Boote mit Forschern sind auf dem Wasser zu sehen. Unter dem Wasser schwimmen Orcas und Wale, an manchen Stellen liegt ein Wrack. Mit diesem Naturpanorama präsentiert Asisi schon das fünfte Werk aus dieser Reihe.

Faszination der Dunkelheit

Am meisten habe ihn die Dunkelheit der Antarktis fasziniert, sagte Asisi. Erst dann zeige sich die Gefahr und Kälte dieses Ortes. Deswegen widmet sich ein Teil der Ausstellung diesem Thema. Es werde „die Dunkelheit zelebriert“. Das Panorama selbst wird in einem Tag-Nacht-Rhythmus beleuchtet. Bis auf Polarlichter bewegt sich in seinem Werk nichts.

Asisi möchte ausschließlich eine emotionale Bewegung erzeugen. Dabei unterstützt ihn Musik von Eric Babak. Der belgische Musiker vereint Naturgeräusche mit monumentalen Klängen und begleitet Asisi seit seiner ersten Ausstellung. Mindestens zwei Jahre lang solle das Panorama in Leipzig ausgestellt werden.

„Das ist wirklich ein Ort, der ist so schön, der ist so faszinierend, aber er ist auch der menschenfeindlichste Ort, den ich kenne“, sagte Asisi über die Antarktis. Gleichzeitig gehe es ihm darum, wem dieses Land gehört. Seine Antwort findet sich in der Ausstellung: Neben Flaggen von Ländern, die Anspruch auf Teile des Südpols erheben, präsentiert er Zeichnungen von Tieren. Sie seien die eigentlichen Eigentümer. Genau das solle sein Naturpanorama ausdrücken.

Asisis Werke

Asisi lobte die Arbeit mit seinem „fantastischen Team“. Nur gemeinsam sei es möglich, ein solches Werk wie die „Antarktis“ umzusetzen. Auch seine weiteren Pläne betreffen die Natur: Ihn faszinierten sowohl die Wüste als auch die Tiefsee. Für letztere seien die Vorbereitungen schon angelaufen, erste Pläne gäbe es.

Alle Panoramen, die Asisi bisher gestaltete, kamen aus vier unterschiedlichen Bereichen: Städte, Natur, zeitgenössische Erlebnisse und Kunstwerke. „Die Natur ist der größte Meister aller“, bekräftigte er. Sein Ziel sei nicht, sich als Künstler über die Natur zu stellen, sondern „von der Komplexität der Natur ein klein bisschen zu erzählen“.

„Die Natur hat keine Grenzen“

Yadegar Asisi wurde als Sohn persischer Eltern in Wien geboren. Er wuchs in Leipzig auf, zog später nach Berlin und lebte viele Jahre in der DDR. Die Erfahrung von Grenzen habe ihn daher sehr geprägt. Er vermutet, dass seine Liebe zur Natur auch daher stammen könnte: „Die Natur hat keine Grenzen. Der Wind pfeift auf die Grenzen. Die Tiere kennen keine Grenzen.“

Von Linn Manegold (epd)