Kolumbien entscheidet am 21. Juni in Stichwahl über neuen Präsidenten
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Ivan Cepeda hat die Stichwahl erreicht.
Bogotá (epd).

Über die künftige Präsidentschaft in Kolumbien entscheidet in drei Wochen eine Stichwahl zwischen dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella und dem linken Menschenrechtler und Senator Iván Cepeda. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Abstimmung vom 31. Mai landete de la Espriella mit 43,7 Prozent der gültigen Stimmen überraschend auf dem ersten Platz. Cepeda erhielt 40,9 Prozent.

Der Sieger im ersten Wahlgang, der 47 Jahre alte de la Espriella, setzt sich für einen radikal schlankeren Staat und mithilfe der USA für ein hartes Vorgehen gegen Drogenbanden ein. Der 63-jährige Cepeda will hingegen die Sozialpolitik des bisherigen linken Amtsinhabers Gustavo Petro fortsetzen und wirbt für Verhandlungen mit den gewalttätigen Paramilitärs und Guerilla-Splittergruppen.

Streit um mögliche Unregelmäßigkeiten

Auf der Plattform X zweifelte Petro, der laut Verfassung nicht wiedergewählt werden durfte, die Ergebnisse wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Auszählungssoftware und im Wählerregister an. Cepeda äußerte sich ähnlich in einer Rede in Bogotá. Außerdem sei es in einigen Wahllokalen zu „ungewöhnlichen Abstimmungsergebnissen“ gekommen, sagte er. Beide Politiker versicherten jedoch, sie würden das amtliche Endergebnis anerkennen, das spätestens am Dienstag vorliegen soll.

De la Espriella sagt in Barranquilla, er werde die Demokratie „mit Vernunft oder Gewalt“ verteidigen. Sollte die Linke die Ergebnisse weiterhin anzweifeln, werde das Volk sich erheben. Der ultrarechte Kandidat gibt sich als Polit-Außenseiter und eifert Javier Milei aus Argentinien, dem Salvadorianer Nayib Bukele und US-Präsident Donald Trump nach.

Anhaltende Gewalt

Wahlberechtigt waren mehr als 41 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer, die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent. Die Stichwahl findet am 21. Juni statt.

Die Abstimmung am Sonntag wurde von der anhaltenden Gewalt in dem südamerikanischen Land überschattet. Bei Kämpfen zwischen zwei Splittergruppen der früheren Farc-Guerilla wurden im Endspurt des Wahlkampfs Dutzende Menschen getötet.

Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die von Ex-Präsident Álvaro Uribe unterstützt wurde, kam im ersten Wahlgang nur auf 6,9 Prozent. Valencia und Uribe riefen zur Wahl von de la Espriella auf, während Valencias homosexueller Vize-Kandidat Juan David Oviedo den rechtsgerichteten Kandidaten wegen frauenfeindlicher und homophober Äußerungen heftig kritisierte.

Von Gerd Dilger (epd)