Die Obdachlosen- und Straßenzeitung „fiftyfifty“ wehrt sich Stigmatisierung ihrer Verkäuferinnen und Verkäufer mit Migrationshintergrund. Der in den sozialen Medien verbreitete Hass und die Hetze gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe und schwarzen Haare wirke in den Alltag hinein, schrieb Geschäftsführer Hubert Ostendorf am Sonntag im Newsletter von „fiftyfifty“. Viele der aus Rumänien stammenden Verkäufer der Straßenzeitung, darunter zahlreiche Roma, seien davon unmittelbar betroffen. Sie begegneten Misstrauen und offen geäußerte Ablehnung.
„Die immer gleichen Schlagworte kursieren: 'mafiöse Strukturen', 'Banden“', kritisierte Ostendorf. Dieser Generalverdacht sei nicht nur unfair. „Es ist Ausdruck eines tief sitzenden Rassismus.“ So sei gegenüber „deutsch gelesenen“ Verkäuferinnen und Verkäufern kaum öffentliche Empörung zu beobachten. „Hier wird differenziert, relativiert, individualisiert. Richtig so“, erklärte der Gründer der Obdachlosenzeitung.
„Stimme aus dem sozialen Abseits“
„Wir bei 'fiftyfifty' achten streng darauf, dass alle bei uns vor Ausbeutung geschützt werden und niemand gehört einer 'Bande' an“, betonte Ostendorf. Er dankte allen, die dem Monatsblatt, eine „Stimme aus dem sozialen Abseits“, die Treue halten. Daraus erwachse konkrete Hilfe, darunter das Projekt „Underdog“ für die medizinische Versorgung von Straßenhunden oder „Housing First“, das obdachlose Menschen in Wohnungen bringt.
„Ftiftyfifty“ feierte im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Ihr Verkaufsgebiet erstreckt sich neben Düsseldorf auch auf die Nachbarstädte Duisburg und Neuss sowie auf das Bergische Land, Bonn, Essen, Mönchengladbach. Zuletzt verzeichnete der Trägerverein eine sinkende Auflage von früher 40.000 verkauften Exemplaren im Monat auf nur noch rund 12.000 verkaufte Exemplare im Januar.