Die Saarländische Armutskonferenz (SAK) warnt vor einer zunehmenden sozialen Schieflage. Massiv gestiegene Lebensmittelpreise, sinkende Reallöhne und eine wachsende Verschuldung führten für immer mehr Menschen im Saarland in existenzielle Notlagen, erklärte der SAK-Vorsitzende Michael Leinenbach in Saarbrücken. Die Politik müsse dringend handeln: „Armut wird in unserem Land nur noch verwaltet - aber nicht strukturell bekämpft.“
„Wir beobachten mit großer Sorge, dass sich der Staat immer mehr aus seiner Verantwortung herauszieht und die soziale Sicherung der Bürgerschaft, Charity-Organisationen und der Wohlfahrt überlässt“, beklagte Leinenbach. „Tafeln, Sozialkaufhäuser und Mittagstische sind mittlerweile keine kurzfristigen Hilfsaktionen mehr, sondern werden faktisch als staatlich eingeplante Sozialleistungen missbraucht.“
Forderung nach sanktionsfreier Grundsicherung
Die Saarländische Armutskonferenz forderte „bedarfsgerechte, armutsfeste Sozialleistungen“. Dazu gehöre die Einführung einer Kindergrundsicherung und einer sanktionsfreien Grundsicherung, hieß es. Außerdem seien ein wirksamer Mietpreisdeckel, das Verbot von Energie- und Wassersperren und die Förderung eines „Dritten Arbeitsmarktes“ notwendig.
Die 1993 gegründete Saarländische Armutskonferenz versteht sich als „Lobby für arme Menschen im Saarland“. Getragen wird sie von Wohlfahrtsverbänden, sozialen Organisationen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Kommunen.