Die Hilfsaktion „Sternenregen“ der Kirchen im Saarland und von Radio Salü hat dieses Mal insgesamt 345.144 Euro für Kinder in Not gesammelt. Ein solch „stattlicher Betrag“ sei ein Zeichen, dass die Gesellschaft Menschen in ihrer Situation nicht alleine lasse, sagte die Schirmherrin und saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) am Freitag in Saarbrücken. „Jeder Euro ist willkommen, ob groß oder klein.“
Rehlinger betonte, dass die Spendenaktion als ergänzendes System gut sei: „Nach wie vor bleibt der Staat mit einem leistungsfähigen Sozialstaat in der Verpflichtung.“
Seit 2004 insgesamt sechs Millionen Euro
Die Spenden kommen von Privatpersonen, Unternehmen, Gruppierungen und Verbänden - teilweise mit eigenen Aktionen wie Benefinz-Verkäufen von Broten oder Currywürsten. Die vorherige Ausgabe der Hilfsaktion hatte rund 326.000 Euro erzielt. Seit Beginn der Spendenaktion im Jahr 2004 sind demnach sechs Millionen Euro zusammengekommen.
Kooperationspartner des Vereins „Radio Salü - Wir helfen“ sind das Evangelische Rundfunkreferat Saar und die Privatfunkredaktion des Bistums Trier. Die Spendengelder werden durch die Beratungsstellen der Caritas und Diakonie an bedürftige Familien und Kinder verteilt.
Jeder Euro kommt direkt an
Die Geschäftsführerin der Diakonie Saar, Anne Fennel, unterstrich, dass jeder Euro direkt bei den Kindern und Jugendlichen ankomme. Beispiele für Hilfen seien etwa eine alleinerziehende Mutter, die aufgrund der Trennung von ihrem gewalttätigen Partner nicht rechtzeitig den Zuschuss zu den Schulbüchern beantragen konnte oder zwei begabte, junge Fußballspieler, die so an einer Freizeit teilnehmen könnten. Auch könnten Kochgemeinschaften mit Kindern über die Spendengelder finanziert werden.
Die betroffenen Kinder lebten häufig in von Armut geprägten Stadtteilen, sagte Fennel weiter. Es verunsichere sie, wenn sie in für sie fremde Umgebungen kämen. Langfristig führe das zu einer gläsernen Decke, weil sie nicht die Bildung erhielten, die sie bräuchten, um sich in anderen Kontexten zu bewegen. In solchen Fällen biete die Diakonie etwa Ausflüge an, erläuterte sie.